Kapitel 1_Alleine auf vier Rädern

Nervös geht Janette im Zimmer auf und ab. Ihr Herz schlägt laut. Zu laut. Sie hört ihr Blut in ihren Ohren rauschen. Immer wieder gleitet ihr Blick abwechselnd auf ihr Handy in der Hand und auf den Fernseher im Zimmer. Sie wartet auf eine Nachricht. Eine Nachricht von ihm. Ihrem besten Freund Fabio. Von ihrer besten Freundin erwartet sie eine Nachricht, dass alles gut mit ihrer ersten Geburt gelaufen war. Doch das Handy bleibt still. Die Tür geht auf und eine Frau mit einem Klemmbrett und einem Headset auf, betritt das Zimmer. 

Frau: "Noch 5 Minuten."

Und genauso schnell wie sie gekommen war, verschwindet sie auch wieder. Janette schaut noch einmal in den Spiegel. Janette ist eine durchschnittliche Frau, mit dunkelblonden mittellangen Haaren, braungrünen Augen und relativ dürr. Schön fand sie sich noch nie wirklich. Doch jetzt kommt sie sich nicht mal vor als wär sie, sie selbst. Als würde sie eine Maske tragen. Ein Anzug? Was hat sie bloß dazu getrieben. Aber im Fernseher kann man nun mal keinen Hoodie tragen. Das wär ihr allerdings grade jetzt in dieser Situation deutlich lieber.

Vor fünf Jahren hatte sie mit ihrem Autocontent auf Social Media angefangen. Damals hätte sie sich niemals Träumen lassen das sie es so weit, ja sogar bis in eine Talkshow schaffen würde. Ihr Handy summt und sie reißt es hoch. Ihre Mutter die ihr ein Bild geschickt hat, von sich und Janettes Papa,  wie sie im Wohnzimmer sitzen wo im Hintergrund die Talkshow läuft. Wirklich begeistert waren ihre Eltern damals nicht gewesen, als sie ihren Job aufgegeben hatte um sich voll und ganz auf das drehen von Content zu konzentrieren. Doch jetzt sind sie voll und ganz für sie da und supporten sie wo es geht.

"Immerhin zwei die an mich denken." Denkt sich Janette und schaut wieder traurig in den Spiegel. Sie schließt die Augen, Atmet tief durch und denkt an die Rennstrecke. Der Asphalt und die Landschaft, die mit immer weiter steigender Geschwindigkeit mit einander verschmelzen. Die einzige Zeit wo sie das Gefühl hat frei sein zu können. Keiner der etwas von ihr erwartete, nur das Auto und sie. Die Stimmen die sie sonst nicht zur Ruhe kommen lassen sind still. Doch plötzlich blitzen Bilder von ihr und Fabio, vor ihren Augen auf. Wie er sie freundschaftlich ärgerte und wie sie früher, zusammen an den Autos geschraubt hatten. Aber seid Fabio eine Freundin hatte, wurde es immer weniger. Sie sprachen kaum noch miteinander und wenn, war Fabio so genervt, das es keinen Sinn hatte mit ihm zu sprechen. 

Noch einmal Atmet Janette durch, schaut noch einmal in den Spiegel, setzt ihr lächeln auf, so wie sie es immer tut und verlässt das Zimmer. Sie steht nun direkt neben der Frau mit dem Klemmbrett und wartet auf Ihr Signal. Die Frau war wirklich Angsteinflößend. Eine der Frauen die wie eine strenge Direktorin wirken. Mit strengem Dutt nach hinten gebundenen Haaren, einem eng sitzenden Anzug mit Schulterpolstern und einer wirklich hässlichen Brille. Ihr Blick ist nach vorne fixiert. Immer wieder schiebt sie ihre Brille nach oben und streicht oder schreibt mit einem roten Stift immer wieder etwas auf ihrem Brett herum. Alle Anzeichen für eine Direktorin.

Frau: "Sehr gut. Sie sind dran. Viel Erflog. Und nicht vergessen keine politischen Themen."

Mit diesen Worten wendet sich ihr Blick wieder nach vorne auf die Bühne. Politische Themen? Janette? Das ist nun wirklich nichts für sie. A hatte sie davon null Ahnung davon und B interessierte sie sich nun wirklich null dafür. Aber gut dann wusste sie worüber sie nun wirklich nicht reden sollte. 

Janette: "Vielen Dank."

Janette bringt gerade noch ein Lächeln raus bevor der Moderator seine Einleitung macht. 

Moderator: "Hallo liebe Zuschauer wir sind zurück aus der Werbepause. Wieder mit eurem Lieblingsmoderator Steve. Und heute haben wir einen ganz besonderen Gast bei uns. Viele kennen sie von Social Media und YouTube. Angefangen hat alles mit einer kleinen Garage und einem Auto und einem Motorrad an, die sie aufgebaut hat und heute Abend ist sie hier. Hier ist sie, Janette."

Die Menge klatscht, die Kamera schwenkt um und Janette geht auf die Bühne. Sie lächelt in die Menge, winkt und gibt dann Steve die Hand zur Begrüßung. Beide setzen sich auf eine Bequeme rote Couch. Ja ziemlich bequem aber das rot war einfach sehr sehr rot. 

Steve: "Herzlich Willkommen Janette. Du bist ja mittlerweile eine Art Autoikone geworden. Von einer kleinen Werkstatt zu sogar großen Autorennen, wie hast du das alleine geschafft?"

Janette: "Zuerst möchte ich anmerken das ich das nie alleine geschafft hätte, ich hab wirklich großartige Freunde die mich zu jeder Zeit unterstützt haben. Und die, die mich von Anfang an verfolgt haben, wissen das ich mir das mit einem meiner besten Freunde alles angefangen habe aufzubauen. Aber auch Hater haben mich groß gemacht."

Steve: "Ja das stimmt. Es gab damals auch einige Gerüchte das du und dein bester Freund euch getrennt hättet, weil ihr mal zusammen gewesen seid. Ist da vielleicht etwas dran?"

Janette: "Nein wir waren nie ein Paar. Die Zeiten waren nicht so einfach und darunter hat unsere Freundschaft halt etwas gelitten. Das passiert den besten."

Steve: "Das sind natürlich nicht so schöne Umstände. Oh wir haben eine Zuschauerfrage. 'Hallo Janette, hast du keine Angst das du eines Tages auf der Rennstrecke sterben könntest?'"

Janette: "Das ist eine Interessante Frage. Aber eigentlich nicht. Viele fahren rennen um Geld zu verdienen. Ich mach es weil ich mich dann lebendig fühle. Mir ist bewusst, das mich das eines Tages mein Leben kosten könnte, aber dennoch ist das ein unbeschreibliches Gefühl, was wir Automenschen erleben dürfen, wenn wir fahren."

Steve: "Dir ist also bewusst wie gefährlich das Rennen fahren ist und dennoch machst du es?"

Janette: "Ich fahr ja nicht nur Rennen, ich bau ja nach wie vor meine Autos für die Rennstrecke selbst auf und teste sie. Für mich ist es nicht einfach nur Blech sondern es hat eine Seele. Das ist nochmal etwas ganz anderes als wenn man die Autos nur fährt."

Steve: "Das ist interessant. Ich sehe Autos nur als Fortbewegungsmittel an."

Alle lachen.
Steve: "Nun denn kommen wir schon direkt zur zweiten Zuschauer Frage. 'Janette, wie würdest du das Leben beschreiben, wenn du es müsstest.'"

Janette: "Puh....schwierig. Aber ich denke wie folgt. Das Leben ist ein Rennen. Jeder Teilnehmer hat die Chance zu gewinnen, aber nicht jeder kann gewinnen. Wer nicht konzentriert auf das Ziel schaut, jede Kurve im Blick behält wird verlieren. Doch das Rennen ist erst dann verloren wenn man einen Unfall hat."

...

Nach einer Stunde ist das Interview endlich zu Ende. Während die ganze Belegschaft zum feiern geht, macht sich Janette auf den Weg in ihre Umkleide. Endlich kann sie den kratzigen Anzug und den ganzen Mist ausziehen. Sie schmeißt die Sachen in die Ecke auf einen Stuhl und fährt sich mit der rechten Hand durch die Haare. Schnell zieht sie sich ihren kuschligen Hoodie über und eine bequeme weite blaue Jeans. Etwas frustriert kramt in ihrer Tasche nach ihrem Autoschlüssel, als ihr Handy beginnt zu summen. Als sie es vom Schminktisch nimmt leuchtet ihr Bildschirm auf. Es ist eine Nachricht. Von ihrem "besten" Freund Fabio. 

Fabio: "Ok viel Spaß."

Das ist alles was auf Janettes Nachricht kommt, das sie in einer der bekanntesten Talkshows des Landes sein wird. Tränen schießen Janette in die Augen. Wut und Trauer steigen in ihr auf. Ihre Hände fangen an zu zittern und sie lässt beinahe das Handy fallen. Leer einfach leer fühlt sie sich. Wütend, traurig und leer. Sie schnappt sich ihre Autoschlüssel und stürmt in die Tiefgarage des Senders. Das Auto blinkt auf und macht mit einem Hupen auf sich aufmerksam. Mit schnellen Schritten nähert sie sich ihrem McLaren Senna, öffnet die Flügeltür den Fahrzeugs und nimmt auf dem Fahrersitz platz. Tränen laufen ihr die Wange runter. Die Sportsitze umschließen sie wie in eine Warme Umarmung. Warm und kuschlig. Eine warme Einladung den V8 Motor zu starten. Janette schließt den Sicherheitsgurt und schmeißt den Motor an. Der Motor heult auf, bereit alle Frustration von Janette in die Welt hinauszuschreien. Der laut brummende Senna verlässt sie die Tiefgarage und fährt in Richtung Heimat. Eigentlich hätte sie sich ein Zimmer nehmen können weil 5 1/2 Stunden nach Hause fahren ist nicht gerade um die Ecke. Doch sie schaut nicht mehr links oder rechts. Sie fährt aus der Stadt hinaus in die dunkle Nacht. Die Lichter der Stadt verschwimmen langsam.

"Nachhause" das ist ihr einziger Gedanke. Sie schaltet in den Sportmodus, als sie die Auffahrt auf die Autobahn nimmt. Über die Tippschaltung am Lenkrad schaltet sie runter. Noch einen Blick in den Rückspiegel wo die Stadt langsam kleiner wird, dann ein kleiner Blick über die Schulter, Blinker nach links setzen und der Senna gleitet auf die linke Überholspur. Immer schneller und schneller wird der McLaren Senna. Der V8 Biturbo brüllt durch die Nacht und schreit das nach draußen was Janette nicht in der Lage ist zu schreien. Sie denkt darüber nach wie oft sie die Gelegenheit verpasst hatte, Fabio ihre Gefühle zu zeigen oder zu gestehen. Aber das ist vorbei. Sie hört dem V8 zu wie er sie durch die Nacht trägt.

Kapitel 2_ Verloren in der Vergangenheit. 

Um vier Uhr morgens erreicht Janette endlich ihr Haus. Ein Traumhaus, das war das, was sie schon immer wollte. Sie ist müde und ausgelaugt. Jedoch nicht von der Fahrt wie man es vielleicht vermuten könnte. Das große Eingangstor gleitet zur Seite und der McLaren brummt auf den Hof, Richtung einer kleinen Garage direkt rechts von der Mauer. Das Anwesen wirkt recht schlicht. Der Hof ist mit dunklen Pflastersteinen gepflastert und das Haus und die Garage wirken sehr klein. Das totale Gegenteil von dem, was man von einer Influencerin mit der Reichweiter erwarten würde. Sie steigt aus dem Auto aus und läuft zu ihrem Haus. Nachdem sie ins Haus gegangen ist und das Licht eingeschaltet hat, wird sie von J.A.R.V.I.S ihrer KI begrüßt. Auch eines von Janettes Träumen, die sie gehabt hatte, seitdem sie das erste Mal Iron Man gesehen hatte. 

J.A.R.V.I.S: "Willkommen zuhause Miss. Wie war Ihr Tag? Wie kann ich Ihnen zu Diensten sein?"

Janette: "Hallo J.A.R.V.I.S mach mir bitte einen Kaffee und schalt die Beleuchtung in der Werkstatt an."

J.A.R.V.I.S: "Miss wir haben 4:32 Uhr sie haben heute noch gar nicht geschlafen. Sind Sie sich sicher das Sie jetzt noch in die Werkstatt wollen."

Janette: "Ja das bin ich. Ich kann jetzt sowieso nicht schlafen. Und lass Hunter und Atlas aus dem Käfig."

J.A.R.V.I.S: "Zu Ihren Diensten Miss. Der Kaffee wird in 5 Minuten mit der perfekten Temperatur für sie bereit stehen. Die Käfige wurden bereits geöffnet und das Licht in der Werkstatt wurde eingeschaltet. Kann ich Ihnen mit sonst noch etwas dienen?"

Janette: "Ja stell das Werkzeug bereit und block bitte für 7 Uhr meine Box auf der Strecke."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?"

Janette: "Nein das wärs. An den Autos schraube ich selbst."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss."

Janette schlurft in ihr Ankleidezimmer und sucht ihren Blaumann raus. Kraftlos kramt sie ihre Schuhe raus und schmeißt sie auf den Boden. Das Zimmer ist recht schlicht aber Stilvoll. Dunkle Steinfliesen, offene Holzschränke und ein warmes Licht bieten eine wohlige Atmosphäre. In der Mitte steht ein kleiner schwarz gepolsterter Hocker der auf einem flauschigem weißen Teppich steht.  Ihre zwei Rotweiler Hunter und Atlas begrüßen sie freudig und schmeißen sich auf die Seite, um ihre tägliche Aufmerksamkeit einzufordern. Sie muss schmunzeln und gibt ihren zwei die gewünschte Aufmerksamkeit. Ihr Lichtblick nach einem anstrengendem und Nervenaufreibendem Tag wie dieser hier. Es gibt ihr Ruhe und Frieden. Sie steht langsam auf und geht in Richtung Werkstatt. Sie durchquert den Flur den sie eben beim reinkommen betreten hatte, bis zum Ende, wo sich eine wunderschöne Küche mit Ess- und Wohnzimmer befinden. Alles ist relativ dunkel mit Holz gehalten und doch Lichtdurchflutet mit vielen Lampen und großen Fenstern an der Decke. Eine große Glasfront gibt den Blick frei auf eine große Werkstatt mit allem was das Schrauberherz begehrt und vielen, vielen Traumautos. Janette schnappt sich ihren Kaffee und schaut nach unten auf ihren Traum. Selbst nach all diesen Jahren wirkt es für sie noch nicht Real. Sie nimmt einen Schluck von ihrem Kaffee, atmet tief ein und schließt die Augen. Ja. Genau das was sie braucht. Dann geht sie nach recht zu einer Tür die mit einer dahinter liegenden Tür in die Werkstatt führt. Unten angekommen grabbeln Hunter und Atlas, die ihr gefolgt sind auf ihre Kissen und kuscheln sich ein, während Janette erstmal ihr Projekt auf die Hebebühne fährt. Einen Ford Mustang Shelby GT von 1968. Den hatte sie sich vor 3 Jahren mit ihrem besten Freund Fabio gekauft und zusammen wieder aufgebaut und hergerichtet. Sie betrachtet das gute Stück. Einfach im ein Traum in einem hellen Metallic blau. Die Scheinwerfer blitzen und blinken und versprühen einfach Freude und Herzrasen. Dann lässt Janette das gute Stück von der Hebebühne nach oben fahren. Als sie so an dem Kleinen am Schrauben ist und ihre zwei Vierbeiner betrachtet, wie lieb sie auf ihrem Kissen liegen und schlafen, kommt in ihr wieder die Vergangenheit hoch.

 

 

5 Jahre zuvor. Janette ist mit voller Vorfreude auf dem Weg zu ihrem besten Freund. Er hat einen Mustang von 1968 gefunden, den die beiden sich jetzt ansehen wollen. Lange haben die beiden sich jetzt schon nicht mehr gesehen. Die Entfernung ist so groß und eben mal schnell besuchen ist da leider nicht. Dennoch wollen sich die beiden ein Auto zusammen kaufen. Einen den sie zusammen fertig machen können. Kennen tun sich die beiden auch erst seit einem Jahr, doch fühlt es sich schon wie eine Ewigkeit an. Sie haben die gleichen Interessen und die gleiche Leidenschaft. Autos und Motorräder. Aber sie sind auch beide auf einer Wellenlänge. Beide sind gleich Verrückt. Ja mit manchen Menschen macht es einfach klick und alles passt.

Auch wenn Janette noch nicht viel Ahnung von der Motortechnik hat ist sie entschlossen, einem alten Klassiker, neues Leben einzuhauchen. Genau wie Fabio. Endlich angekommen, steht Fabio schon vor der Tür und wartet auf Janette. Ungeduldig tritt er von einem Fuß auf den anderen. Es ist komisch sich nach so vielen Monaten endlich wieder zu sehen. Fabio ist ein ganz normaler aber freundlicher Typ. Relativ groß und dünn gebaut, mit blaugrauen Augen, Augen in denen man sich verlieren konnte, einer Brille und hellblonden Haaren. Er trägt einen blauen Hoodie, schwarze Jeans und Sneaker. Durchschnittlicher Kerl, trifft durchschnittliche Frau. Janettes Haare sind von der Autofahrt und offenen Cabriodachs ihres Audi 80 komplett zerzaust. Ihr schwarzer Hoodie, schwarze Jeans und Boots sind nach wie vor das was sie am liebsten trägt. Janette parkt den schönen Audi 80. Ein wirklich schönes Stück in dunkelblau, mit Keskin Tiefbett- Alufelgen. Einfach ein Traum auf vier Rädern. Leider auch in den Teilen ein teurer Traum. Aber was man für seine große Liebe eben nicht alles macht.  

Fabio: "Na alte? Endlich geschafft? Lang nicht nicht gesehen. Schön das du da bist."

Janette: "Na du Krümmelmonster? Freu mich auch dich zu sehen. Und was macht dein Audi?"

Fabio: "Der läuft. Genauso wie dein Audi."

Janette: "Ja der gute alte. Ich bin froh den Kleinen doch nicht verkauft zu haben, er ist mir zu sehr ans Herz gewachsen."

Fabio: "Ja das kann ich gut verstehen. Ist ja auch ein gutes Auto und er hat dich ja auch nie im Stich gelassen."

Die beiden umarmen sich lange. Gute Freunde sollten einfach nicht so weit auseinander wohnen. Auch wenn Fabio das als großen Vorteil sieht das Janette ihn nicht bei jeder dummen Bemerkung mit einem Schuh abwerfen kann. Ja in einer Freundschaft gehört das gegenseitige Aufziehen einfach dazu. Das zeigt wahre Freundschaft und Liebe. Zumindest sehen die beiden das so. Ob andere das genauso sehen ist ihnen so ziemlich egal. Die beiden wollen keine Zeit verlieren und fahren direkt los.

Das Gespräch geht einige Zeit so weiter bis sie den Ort erreichen. Die Verhandlungen gehen schnell, der Verkäufer ein Mann um die Mitte 30 zeigt ihnen das gute Stück und welche Ersatzteile bereits für den Mustang vorhanden sind. Man sieht ihm an, das es ihm schwerfällt sich von so einer schönen Perle zu trennen. Dennoch können die zwei einen guten Preis aushandeln und so wechselt das Fahrzeug den Besitzer. 

Die nächsten Tage bleibt Janette bei Fabio und die zwei verbringen viel Zeit bei ihrem Auto, welches sogar schon am ersten Tag einen Namen erhalten hat. Neela, was blau auf Sanskrit bedeutet. Es ist eine schöne Zeit. Fabio ist noch im Studium und Janette muss arbeiten. Aber für ihr Projekt schlagen sie jetzt jede Minute raus die sie können. Janette hat sich extra zwei Wochen Urlaub genommen, damit sie so viel wie möglich schaffen können. 

Janette: "Hey Fabio ich hab eine Idee, wir könnten das doch aufnehmen, um dann hinterher für uns zu sehen wie weit wir mit dem Kleinen eigentlich gekommen sind. Was sagst du?"

Fabio: "Ja klar weißt du was wir könnten das doch auf Social Media online stellen. Autocontent wird immer beliebter und vor allem bei so einem Klassiker."

Janette: "Au ja das machen wir."

Gesagt getan. Am gleichen Abend sind sie schon dabei die Beiträge zu schneiden und einen Account gemeinsam zu erstellen. Sie sind fröhlich am Werk, auch wenn Fabio durch seine Kitzelattacken auf Janette, sich ab und zu ein paar Beleidigungen und ins leere verlaufende Hauversuche, seitens Janettes antun muss. Irgendwann spät in der Nacht fall beide erschöpft ins Bett. 

Die zwei Wochen vergehen einfach viel zu schnell und schon so kommt die Zeit für die Heimreise einfach viel zu schnell. Janette kämpft mit den Tränen. Das war so etwas wie ihre zweite Heimat geworden, naja oder eher ihre dritte denn ihre zweite ist schon der Nürburgring. Doch jetzt musste sie mal wieder Heim. Denn für so ein Projekt braucht man bekanntlich auch Geld.

Fabio: "Komm gut Heim Kleine. Schreib wenn du gut daheim angekommen bist."

Janette: "Ey ich bin nicht klein. Aber ja mach ich natürlich."

Fabio: "Ja ja. Die Argumentation verlierst du."

Fabio lacht und nimmt Janette in eine feste Umarmung. Egal wie sauer Janette diese Aussage "Kleine", auch macht, so sehr bringt sie Fabio doch immer wieder zum lachen. Sie muss auch lachen und erwidert die Umarmung. Eine wohlige wärme macht sich breit und einen Moment lang fühlt es sich so an als würde die Zeit um sie herum stehen bleiben.

Fabio: "Keine Sorge ich pass gut auf Neela auf."

Janette: "Das weiß ich. Danke."

Als sie sich voneinander lösen kullert eine kleine Träne über Janettes Wange. Dieses warme Gefühl wird sie sehr vermissen. Sie sich in ihr Auto das sie einst liebevoll Blue getauft hatte und startet ihn. Als sie in den Rückspiegel schaut, sieht sie wie Fabio immer kleiner und kleiner wird. Bis er nach der nächsten Kurve ganz verschwindet.

Die Wochen vergehen, mit vielen langen Gesprächen auf Discord und suchen auf verschiedenster Plattformen, nach Teilen für Neela, die bis spät in die Nacht reichen. Dann stößt Janette durch Zufall auf ein neues Projekt. Einen Subaru WRX getunt und äußerlich ziemlich gepimpt, mit einem Unfallschaden. Sie ist völlig Feuer und Flamme und berichtet am Abend direkt Fabio von ihrem Fund. 

Fabio: "Super das ist doch klasse. Hol dir den, ich bin mir auch einen neuen am anschaffen. Du ich habe eine Idee. Wir nutzen die zwei für unseren Account, wir können ja beide darauf zugreifen. Und wenn beide Autos fertig sind testen wir die beiden auf der Rennstrecke."

Janette: "Perfekt. Deal. Möge der bessere Gewinnen."

Beide müssen lachen. Und man merkt wirklich das die Vorfreude groß ist. Die nächsten Wochen und Monate verbringen beide fleißig damit zu filmen und schrauben. Jede freie Minute und jeder Cent geht in die beiden Fahrzeuge. Die Followerzahl wächst stetig, zur großen Überraschung von Fabio und Janette. Nach knapp einem Jahr ist es dann endlich soweit. Fabio und Janette treffen sich an der Rennstrecke. Es war viel zu lange. Fabio wartet bereits auf Janette. Als er sie sieht steigt er aus und begrüßt sie freudig. 

Fabio: "Long time no see kleine."

Er lacht und pickst Janette in die Seite. Sie quietscht auf und schlägt nach Fabio, der ihr jedoch geschickt ausweicht, wonach Janette nach ihm tritt was allerdings auch ins leere verläuft. Dann umarmen sich aber beide gegenseitig.

Janette: "Blödmann. Schön dich zu sehen."

Janette packt ihr Handy aus und hält es in die Höhe. Sie schaut zu Fabio auf. 

Janette: "Bereit?"

Fabio: "Bereit wenn du es bist."

Janette startet die Videoaufnahme und hält die Kamera auf sie beide gerichtet. 

Janette: "Hallo ihr Lieben es ist endlich soweit. Ich stehe hier zusammen mit Fabio und hinter uns stehen die zwei Schmuckstücke die wir heute gegeneinander fahren werden. Viele konnten ja den Werdegang der zwei auf unserem Kanal verfolgen, wie wir die zwei aufgebaut haben und wie viel Herzblut in den zwei Autos steckt. Und das alles konnten wir nur dank eurer Unterstützung."

Fabio: "Ganz genau. Und das möchten wir euch mit dem heutigen Tag zurückgeben. Denn diese zwei Schönheiten, der Subaru WRX 2,0 L Benziner von Janette und mein Audi A4 2,7 L TDI treten heute gegeneinander auf der Rennstrecke an. Ich muss ehrlich sagen ich hab die Kleine hier wirklich unterschätzt. Kleine, meinen Respekt hätte nie gedacht das du den bis heute fit bekommst."

Janette: "Tja du Krümmelmonster, wenn man nicht nur Klamotten und Make up als Mädel im Kopf hat, kann man es auch schaffen, ein Auto auf die Beine zu stellen. Aber genug der großen Worte. Jetzt geht es los. Ab auf die Rennstrecke. Möge der bessere gewinnen."

Mit diesen Worten stoppt Janette die Aufnahme. Die zwei lächeln sich an und gehen zu ihren Fahrzeugen. Beide fixieren ihre Handys in den vorgesehenen Halterungen, checken noch einmal die Kameras die in und an den Autos befestigt sind, genauso wie ihr Kommunikationssystem und dann geht es auch schon los auf die Rennstrecke. Die Security kontrolliert die Karten von den beiden bevor sie auf die Strecke können. Seltsamerweise ist die Rennstrecke ziemlich leergefegt kein Auto ist auf der Strecke oder dem Parkplatz, aber das spielt den beiden nur sehr in die Karten. Beide gehen in die Startposition und zählen an. 3...Beide sehen sich an, lächeln und greifen nach dem Schaltknauf. 2...sie legen den ersten Gang ein, 1...die Motoren heulen auf und 0...mit quietschenden Reifen rasen beide davon. Das Adrenalin fließt durch Janettes und Fabios Adern. Sie fühlen sich lebendig, so frei wie ein Vogel. Während der WRX immer schneller wird, fühlt es sich so an als würde alles um sie herum in Zeitlupe vergehen. Immer schneller und schneller werden die Autos. Beide fliegen durch die Kurven und es fühlt sich nicht mehr so an als würden sie in den Autos sitzen. Wie auf einem Drachen fliegen sie dahin. Die Freiheit so nah. Das Grinsen ist nicht mehr aus ihren Gesichtern zu bekommen. Es wirkt alles wie ein Traum. Vor Janette fährt Fabio. Beide nehmen die Kurven mit einer Leichtigkeit und schauen gar nicht mehr auf die Geschwindigkeit. Sie genießen einfach nur die Zeit und das Grinsen wird immer Größer. Doch was ist Zeit? Hier auf der Rennstrecke scheint sie nicht zu existieren. 

Nach knapp 8 Minuten haben beide den Ausgang wieder erreicht. Nur knapp verliert Janette gegen Fabio. Ein vollkommen perfekter Tag. Doch der ist scheinbar noch nicht vorbei. Wieder am Ausgang angekommen wartet nämlich schon schon ein Mann der um die 60 Jahre alt ist auf die beiden

Kapitel 3_Nimm jede Kurve

J.A.R.V.I.S reißt Janette aus ihren Träumen. 

KI: "Miss, wir haben jetzt 5.30 Uhr. Möchten Sie bevor Sie aufbrechen noch etwas zu sich nehmen?"

Janette: "Hugh? Oh ja natürlich. Sollte ich wohl. Mach mir das übliche Rennfrühstück."

KI: "Sehr wohl Miss. Also Knäckebrot, Avocado, Fleischtomaten, Pfeffer und Salz. Kann ich sonst noch etwas für sie tun?"

Janette: "Stell bitte den Musso mit den Hundeboxen in der Garage bereit. Und mach das Futter für Hunter und Atlas bereit."

KI: "Sehr wohl Miss. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?"

Janette: "Nein danke J.A.R.V.I.S."

Janette reibt sich ein paar Tränen aus den Augen. Auch wenn sie schon lange diese Zeiten nicht mehr hatte so sind sie doch nach wie vor sehr emotional aufgeladen für sie. Hunter und Atlas schlafen immer noch tief und fest in ihren Körbchen. Ab und zu zuckt einer der Ohren, eine Pfote oder ein Auge, was vermuten lässt dass sie einen wohl sehr aufregenden Traum haben. Immer noch etwas in Gedanken versunken, räumt Janette ihre Werkzeuge wieder an ihren Platz. So gern sie auch an den Autos schraubt, aber Ordnung war noch nie ihr Ding. Aber was soll man machen. Ordnung muss sein hätte ihre Oma wohl jetzt gesagt. Da kommt Janette ein schmunzeln über die Lippen. Langsam dreht sie sich zu den zwei Buben um. Gefallen tut es ihr nicht aber sie muss die zwei wohl aufwecken.

Janette: "Hunter, Atlas. Kommt ihr zwei süßen."

Noch völlig schlaftrunken torkeln die zwei freudig auf Janette zu und gehen mit ihr zusammen nach oben in das Esszimmer zurück. Während J.A.R.V.I.S das Frühstück am herrichten ist, packt Janette in ihrem Ankleidezimmer, ihre Rennsachen wie Anzug und Helm in eine Tasche und stellt sie in den Flur. Danach springt sie unter die Dusche. Sie dreht die Dusche heiß auf und lässt das Wasser auf sich niederprasseln. Genau wie der Regen wäscht das Wasser die bösen Gedanken weg und macht Platz für andere. Als sie fertig ist zieht sie sich wieder an. Sie entscheidet sich für eine schlichte schwarze Jeans, ein weinrotes T-Shirt und einen ihrer alten Gaming Hoodies. Als sie wieder ins Esszimmer kommt haben Hunter und Atlas bereits gefrühstückt und warten auf ihrem Platz ungeduldig auf Aktion. Nach dem Janette auch endlich gefrühstückt hat geht es auch endlich los. Atlas und Hunter bekommen ihre Halsbänder und Leinen an und dann geht es ab ins Auto. Nachdem alle beide in ihren Boxen untergebracht und die Tasche auf dem Beifahrersitz verstaut ist, geht es auch schon auf zur Rennstrecke. 

An der Boxengarage angekommen, öffnet Janette die Hundeboxen und holt ihre zwei Lieblinge raus. Die zwei kennen sich hier schon bestens aus und laufen direkt auf die Box zu. Sie spielen wild miteinander und rennen vor und zurück sodass Janette lachen muss. Die Boxengasse ist noch komplett leer. Die Rennstrecke ist ruhig und noch Menschenleer. Heute wird wohl auch kaum einer zur Strecke kommen. Seit einer Woche ist bereits Regen angesagt und tatsächlich hat sich auch noch kein einziges Unternehmen heute für eine Testfahrt angemeldet. Janette betätigt einen Knopf auf einer kleinen Fernbedienung und das Tor öffnet sich. Hunter und Atlas stürmen rein in eine kleine Ecke die Janette extra für die zwei eingerichtet hat. Hier haben sie zwei große geräumige Körbchen mit einer Wasserschüssel und eine kleine Dose mit Leckerlis für die zwei großen. Rechts vom Tor stehen ein PC für die Fehlersuche, ein Werkzeugschrank und einige reguläre Ersatzteile in einem Regal. Links stehen drei Rennwagen. Einmal ein GTR r34, ein Miata von 1990 und ein Porsche GT4 RS. Der Porsche war nicht so Janettes Ding, aber sie hatte ihn von ihren Sponsoren bekommen und er soll beim nächsten Rennen antreten. Janette atmet den Duft der Rennstrecke und der Garage tief ein. Es ist alles still. Bis auf ein paar Vögel und dem Donnergrollen in einiger Entfernung ist nichts zu hören. Die alten Bremsen von ihrem GTR liegen auf der Seite. Sie hatte sie beim letzten mal liegen lassen, weil es schon sehr spät geworden war. Eigentlich so wie immer wenn sie Zeit auf der Rennstrecke verbringt. Bevor sie sich den Schlüssel von ihrem GTR schnappt, räumt sie erstmal alles auf Seite und legt die alten Bremsen in eine Box die für die Entsorgung alter Bremsen extra bereitgestellt wurde. Danach zieht sie sich ihren Hoodie aus und ihre Rennklamotten an. Sie fährt das Rennbiest aus der Box und schließt das Tor hinter sich sodass Hunter und Atlas nicht rauslaufen können. 

Janette zieht ihren Helm auf und lässt den GTR auf die Strecke rollen. Janette will den Kleinen erstmal warmfahren. Und fährt erstmal langsam los. Nach ein paar Runden rollt Janette zum Startpunkt. Der Himmel verdunkelt sich. Das Gewitter kommt näher, aber Janette lässt sich nicht beirren. Einige ihrer Rennkollegen halten sie für verrückt da sie grade auch bei Gewitter und bei den schlechtesten Rennbedingungen fährt. Sie schließt die Augen, Tropfen prasseln aufs Dach, erst nur wenige, dann immer mehr. Der Regen wirkt beruhigend. Langsam atmet sie ein, ein Blitz erhellt den Himmel. Vor ihren Augen erscheint die Strecke im schnelldurchlauf. Sie atmet aus, die Augen öffnen sich langsam und sie umgreift das Lenkrad. Der Donner schallt und durchschneidet die Luft, wie in Zeitlupe legt Janette den Gang ein, die Regentropfen bleiben fast stehen, ein weiterer Blitz durchzieht den Himmel und erhellt die schwarzen Wolken. Janette drückt das Gaspedal durch. Der GTR legt einen Filmreifen Burnout hin und rast mit Janette davon. Die Welt um sie herum verschwimmt. Der dunkle ab und zu mit Blitzen durchzogene Himmel verbindet sich mit dem Asphalt und dem umliegenden Wald. Alles wird eins und alle Sorgen und Probleme werden vom Regen weggewaschen. Janette wird eins mit dem Auto. Ihre Gedanken sind stumm. Lautlos nicht mehr zu hören. Sie fliegt durch die Kurven, die Straße auch wenn sie voller Wasser ist, trägt sie. Sie lässt sie fliegen. Plötzlich zuckt wieder ein Blitz durch die Dunkelheit und vor Janette taucht ein Auto auf. Sie kneift die Augen zusammen. Dann reißt sie die Augen wieder auf.

Janette: "...Fabio."

Der GTR kommt ins schlingern, Janette reist das Lenkrad rum und zieht die Handbremse an. Gerade kann sie noch ihren Schatz vor einem Aufprall mit der Leitplanke bewahren. Doch die Kurve bekommt sie nicht mehr und das Auto macht einen Satz über die höher gelegenen Leitstreifen. Als das Auto endlich zum stehen kommt muss sie tief ein und ausatmen. Sie steigt aus und sieht sich um. Doch die Strecke ist leer. Nur der Regen prasselt auf das Dach und ihren Kopf. Sie reist den Helm vom Kopf und schmeißt ihn wütend auf den Boden. 

"Aaaaaaaaaah. Verdammt. Scheisse. Tut mir leid Kleiner, das war mein Fehler. Ich war wieder mit den Gedanken ganz woanders."

Tränen schießen ihr in die Augen und sie läuft bis zur Bande, um sich zu sammeln und zu setzen. Sie vergräbt ihren Kopf in ihren Händen. Tränen laufen ihr die Wangen runter. Verzweifelt schaut sie in den Himmel. Das Gewitter ist noch voll im Gange und der Regen wird immer stärker. Er prasselt auf ihren Kopf doch die Gedanken bleiben diesmal. Langsam steht sie wieder auf und geht wieder zurück. Sie sammelt ihren Helm ein und setzt sich wieder ins Auto.

Janette: "Komm Kleiner. Bringen wir dich mal wieder in die Box auf die Bühne. Ich hoffe es ist nicht all zu viel kaputt gegangen."

Der GTR setzt sich langsam wieder in Bewegung und nach wenigen Minuten haben die Beiden wieder die Box erreicht. Janette drückt auf den Knopf für die Box der am Schlüssel baumelt und das Tor schwingt auf und der GTR rollt brummend auf die Bühne. Atlas und Hunter schauen kurz auf, legen sich aber direkt wieder hin. Laute Autos stören sie zwar nicht weiter, doch wirklich interessant finden die beiden es eben auch nicht. Da wünscht sich Janette ihren alten Hund wieder. Willi hiess er. Ein kleiner Westhighland White Terrier. Der fand alles was laut war interessant und toll. Und Auto fahren war immer schön für ihn. Man hat wirklich gesehen das er es geliebt hat. Leider starb er vor 3 Jahren. Das hat Janette komplett zerstört. Seitdem ist nichts mehr wie es einmal war.
Janette zieht ihren Rennanzug aus und holt ihren Helm vom Beifahrersitz, den sie zuvor dahin geworfen hatte. Sie fährt den PC hoch und schließt das Achsvermessungsgerät an dem Auto an. Während der PC alles am durchrechnen ist, zieht sich Janette ihre Arbeitshose an die im Spint im Nebenraum rumliegt. Sie kniet sich auf den Boden und schaut ob unter dem Auto alles in Ordnung ist.

Janette: "Ah Mist. Ich hab´s befürchtet. Irgendwie hab ich´s geschafft deinen Bremsschlauch abzureißen. So wie sieht's mit den Temperaturen aus? Hier vorne links scheint es fest zu sein. Die Bremse sprüht ihm Gegensatz zu den anderen sehr viel Wärme aus. Das wird wieder was. Na dann schauen wir mal was wir noch hier haben."

Janette durchwühlt ihr Regal, doch findet nix. Obwohl sie den GTR eigentlich regelmäßig fährt, hat sie oftmals keine Teile vor Ort. Sie setzt sich an den Schreibtisch und öffnet den Teileshop. Die Schlüssel Nummer vom GTR weiß sie mittlerweile auswendig, so oft wie sie Teile für das Auto braucht. So dauert es nicht lange bis sie die passenden Teile gefunden hat. Auf einmal sieht Janette aus dem Augenwinkel wie Hunter und Atlas aufspringen und Richtung Tor rennen. Vor Schreck dreht sie sich rum und sieht ein wirklich freundliches Gesicht. Ein Mann um die Mitte 60 Jahre steht am Tor und begrüßt die zwei freudig.

Mann: "Hey ihr zwei. Ich hab euch lang nicht mehr gesehen."

Janette fängt an zu lächeln, geht auf den Mann zu und umarmt ihn. 

Janette: "Hallo Willi. Wie schön dich zu sehen."

Willi ist mittlerweile wie ein Opa für sie geworden. Und er ist sowieso sympathisch als Namensvetter von ihrem verstorbenen Hund.

Willi: "Ach Mädel du bist aber auch nicht mehr so oft hier. Deine drei haben dich auch schon sehr vermisst."

Er deutet auf die drei Autos.

Janette: "Ja ich hatte wenig Zeit in letzter Zeit. Willst du einen Kaffee? Wollte mir auch grade einen machen."

Willi: "Ja gerne. Aber dann reden wir erstmal darüber was los ist."

Janette: "Was soll los sein? Es ist alles super."

Willi: "Mädel, du bist seit einem Monat net mehr hier gewesen, dein Gesicht gestern bei deinem Interview hat eigentlich alles gesagt, aber vor allem eben auf der Strecke. Hör mal dir ist das noch nie so passiert. Du hast dich schon mal verschätzt, aber doch nicht bei der langen Kurve."

Janette: "Du hast es also gesehen."

Willi: "Ich kenn dich vielleicht erst seit vier Jahren, aber ich weiß wenn etwas nicht stimmt. Es ist wegen Fabio oder?"

Janette: "Kannst du Gedanken lesen? Woher weißt du das?"

Die Kaffeemaschine neben dem PC brummt leise vor sich hin während sie die zwei Kaffees macht. Draußen schüttet es nach wie vor doch das Gewitter ist kaum noch wahrnehmbar. Willi bleibt einen Moment still, bis die Kaffeemaschine fertig ist und Janette ihm seine Tasse gegeben hat. Die beiden setzen sich in die zwei Sessel, die sich direkt neben der Hundekörben stehen. Auch ein kleiner Tisch aus Paletten steht da wo man gut die Tassen abstellen kann. Hunter und Atlas legen sich daneben und sind schon bald wieder eingeschlafen.

Willi: "Ach Janette. Ich bin vielleicht alt aber nicht blind. Ihr konntet vielleicht euren Followern oder wie ihr das nennt, was vormachen, aber mir, dem guten alten Willi doch nicht. Du und Fabio ihr wart ineinander verliebt."

Janette: "Langsam bist du mir unheimlich, aber diese Liebe war einseitig. Ich hab mich verliebt. Was einfach dumm ist. Was will er mit so einer alten Ziege wie mir."

Willi: "Ach Janette. So alt bist du ja nicht. Du bist ein gutes Jahr älter wie er. Na und? Madonna ist über 30 Jahre älter wie ihr Lover. Es kommt nur auf eins an."

Damit zeigt er mit seinem rechten Zeigefinger auf die linke Seite seines Brustkorbes.

Willi: "Das Herz. Weißt du Janette, ich und meine Frau Luise sind jetzt 42 Jahre verheiratet und glaub mir dieses Leben ist nicht einfach. Das weißt du wirklich so gut wie ich. Es ist wie diese Rennstrecke. Eine Ehe oder eine Beziehung, egal in welche Richtung, ist es wie diese Rennstrecke. Voller Kurven, voller höhen und tiefen. Doch wenn man keine Risiken eingeht wirst du das Rennen nicht gewinnen."

Janette seufzt. Dann muss sie verlegen lachen und reibt an ihrer Tasse. Sie schaut aus dem Tor wo es regnet und gemütlich auf das Boxen prasselt. Langsam treten ihr die Tränen in die Augen. Als Willi vor 4 Jahren die beiden auf der Rennstrecke abgefangen hat, hätte sie nie gedacht das er mal wie ein Opa für sie werden würde. Er war der ältere Herr der sie eigentlich entdeckt hatte. Durch ihn waren Fabio und Janette damals an ihren ersten Sponsor gekommen. Und durch ihn konnten beide auch an ihren ersten Rennen teilnehmen. Willi war für beide wie ein Opa geworden. Janettes Blick gleitet zu einem Bild an der Wand. Darauf zu sehen waren Willi, Fabio, Janette und im Hintergrund ihre ersten Rennwagen. Der Subaru WRX und der Audi A4. Fabio hat Janette auf dem Rücken, Janette hat ihre Arme um seinen Hals geschlungen und beide grinsen von einem Ohr bis zum anderen. Willi bemerkt ihren Blick.

Willi: "Ach Herzchen. Das waren noch Zeiten. Ihr zwei, wart einfach das Team schlechthin. Warum rufst du ihn nicht an?"

Janette: "Er antwortet ja kaum noch auf meine Nachrichten warum sollte er meinen Anruf annehmen."

Willi: "Versuch es doch einmal. Schaden kann es ja nicht. Schau Janette du bist schon viele Risiken eingegangen. Du hast deinen Beruf für deine Leidenschaft aufgegeben. Du bist hierhergezogen, erstmal nur in eine kleine Wohnung aber immerhin. Aber vor allem hast du hart gearbeitet um es bis hierher zu schaffen. Und du tust es nach wie vor. Schau auf die Uhr. Wir haben jetzt halb 9 und es ist noch keiner von deinen Kollegen in seinen Boxen, geschweige denn das sie noch an ihren Autos selber schrauben. Doch eines hast du über die Zeit verloren.....Dich selbst. Du hast andere über deinen eigenen Bedürfnisse und Gefühle gestellt."

Janette: "Das stimmt. Du hast recht. Vielleicht sollte ich alles auf eine Karte setzen. Was habe ich denn zu verlieren."

Willi: "Das ist mein Mädchen. Und denk dran was du gesagt hast. Das Leben ist ein Rennen."

Er zwinkert ihr verschmitzt zu und Janette muss lachen. Ein echtes Lachen. Das hat sie so sehr vermisst. Die beiden Sitzen noch lange in der Box unterhalten sich. Janette kann endlich nochmal loslassen. Und sie fühlt das sie das richtige tun muss. Nicht die anderen bestimmen das Rennen sondern man selbst. Das Rennen ist erst vorbei wenn die weiß schwarze Flagge geschwenkt wird.

Kapitel 4_Kaltes Fahrwasser

Fabio sitzt im Wohnzimmer seines Hauses. Seine Freundin Miriam und er hatten es  zusammen designend, als es damals ernster zwischen den beiden wurde. Doch seit einiger Zeit hängt der Haussegen gewaltig schief. Viel Zeit für seine Autos hat er schon lange nicht mehr und Miriam lässt ihn auch nicht mehr als nötig zu seinen Autos. Das Haus ist auch mehr Miriams Traum als sein eigener. Es ist eine riesen Villa mit zwei großen Ankleidezimmer die Miriam unbedingt haben wollte und zu 85% mit ihren Sachen gefüllt sind. Die Villa hat zwar zwei Garagen wo jedoch grade mal zwei Autos reinpassen, sein Motorrad und das nötigste Werkzeug. Das Motorrad hatte er sich damals auch gekauft um sich einen Traum zu erfüllen, aber selbst das hat er bis jetzt nicht einmal auf der offenen Straße bewegt. Er seufzt schwer und schaut durch Instagram. Lange hat er das nicht mehr gemacht und es sind viele Nachrichten aufgelaufen. Miriam ist mal wieder shoppen und so nutzt er die Gelegenheit, auch auf Janettes Instagram Seite nachzuschauen. Das hatte sie ihm nämlich auch untersagt, aufgrund ihrer übermäßigen Eifersucht. Auf einem von Janettes Bildern steht sie vor ihrem Haus mit Hunter und Atlas. Es ist eine Bilderfolge und die Bildunterschrift lautet : "Dank euch konnte ich mir den Traum von mir und den meines besten Freundes erfüllen". Er schaut die Folge durch und wird wehmütig.

Fabio: "Ja. Das war unser Traum..."

Die Haustür knallt ins Schloss und schon ist seine launische jetzige Verlobte zu hören. Wütend stampft sie ins Wohnzimmer und schmeißt den Schlüssel ihres Autos, mit lautem knallen auf den teuren Glastisch. 

Miriam: "FABIO! Die blöde Karre stinkt schon wieder so und die ganze Zeit war wieder dieses rote Lämpchen am leuchten."

Fabio verdreht die Augen und hält sich die Hände vor das Gesicht. Ahnung von Autos hat sie ja nie gehabt. Aber selbst wenn er ihr erklärt was für was steht und welche Lampe was anzeigt, kann sie es sich einfach nicht merken. Es war einfach nur anstrengend. 

Fabio: "Wonach stinkt es denn und welches Zeichen war zu sehen?"

Miriam: "Das musst du doch wissen. Hast du gekocht?"

Fabio: "Ich hab den ganzen Tag gearbeitet und bin grade eben erst heimgekommen. Wir machen es so du kochst und ich schau nach dem Auto."

Miriam: "Na toll. Jetzt war ich grade bei der Mani und Pediküre und jetzt darf ich noch kochen. Du bist echt zu nix nutze."

Damit stapft Miriam sauer in die Küche. Fabio seufzt noch einmal, steckt das Handy ein, schnappt sich die Autoschlüssel seiner Verlobten und geht zum Auto nach draußen. Er erkennt Miriam nicht wieder. Früher war sie ganz anders. Er schließt den Fiat 500 auf, den seine Verlobte sich so sehr gewünscht hatte, das er ihr den gekauft hatte und mit dem sie nicht zurecht kommt. Eigentlich kommt sie mit keinem Auto zurecht. Sie interessierte sich auch nicht wirklich für das Thema Auto oder Motorräder. 

Fabio: "Oh man. Hab ich´s mir doch gedacht. Sie hat wieder die Handbremse vergessen zu lösen. Hoffentlich sind die Bremsen noch in Ordnung."

Fabio holt sich Werkzeug aus der Garage und fängt an das Auto zu überprüfen. Dabei kommt in ihm die Vergangenheit hoch. 

 

4 Jahre zuvor. Janette und Fabio kommen von der Rennstrecke und werden direkt von dem Mann Anfang 60 angesprochen. So haben sie Willi kennengelernt.

Willi: "Hey ihr zwei. Das war ja eine richtig Rennfähige Leistung. Seid ihr am trainieren? Das war wirklich der Wahnsinn."

Fabio: "Danke. Nein, wir sind keine Profirennfahrer. Wir fahren nur zum Spaß."

Willi: "Wow. Aber das waren ja sowas von gute Zeiten, ihr müsstet eigentlich gefördert werden. Was würdet ihr sagen. Ich kenn jemanden der sucht noch Leute für sein Rennteam. Autos und alles was ihr braucht würde euch gestellt werden."

Janette: "Was? Das würden sie tun?"

Fabio: "Einfach so?"

Willi: "Einfach so. Ihr habt Talent und das findet man nicht mehr so häufig. Außerdem seht ihr sympathisch aus. Ich bin übrigens Willi. Also was sagt ihr."

Fabio und Janette schauen sich an und fangen an zu Grinsen.

Fabio & Janette: "Klar! Sehr gerne."

Janette: "Ich bin Janette"

Fabio: "Und ich Fabio."

Zwei Wochen später fahren sie zum ersten Training und wo sich entscheiden sollte ob sie bei den Sponsoren unter Vertrag kommen. Willi hatte es geschafft sie reinzubringen. Martin ein muskulöser Mann mit braunen Haaren und fast schwarzen Augen, begrüßt sie sie. Er ist der Vorstand der Sponsoren und der Kopf des Teams.  

Martin: "Das waren zwei Astreine Zeiten. Ihr seid sicher das ihr nicht schon Rennen gefahren seid?"

Sowohl Janette als auch Fabio schütteln mit dem Kopf und müssen lachen. 

Martin: "Tja unter den Umständen bleibt mir nichts anderes übrig. Herzlich willkommen in meinem Team. Ich schick euch die nächsten Tage die Verträge zu."

Martin grinst breit und schüttelt den beiden die Hände. Fabio nimmt Janette in die Arme und wirbelt sie durch die Luft. Ein Mädchen nähert sich der kleinen Gruppe. Sie war relativ schmal, fast schon krankhaft. Ihre Haare sind Barbieblond gefärbt und ihre Extensions reichen bis zum Hintern. Im allgemeinen erinnerte sie mit ihrem Auftreten eher an eine Barbiepuppe als einen Menschen. Einige Dinge scheint sie auch gemacht zu haben, aber darüber will man sich ja kein Urteil erlauben.

Mädchen: "Papa bist du jetzt endlich fertig? Ich bin gleich mit meinen Freundinnen zum shoppen verabredet."

Martin: "Ja mein Engel. Hier, darf ich vorstellen, das sind unsere neuen Mitglieder in unserem Rennteam das ist Janette unser erstes weibliches Mitglied im Rennteam und das ist Fabio einer der bis jetzt die beste Zeit von dem ganzen Team gefahren hat. Er hat unseren Rekord gebrochen. Janette war knapp dahinter. Fabio, Janette das ist meine Tochter Miriam."

Janette: "Hi schön dich kennenzulernen, bist du auch...."

Miriam: "Ja, ja. Ist schon gut. Hallo Fabio. Du fährst ziemlich gut oder? Hast du vielleicht Lust mit mir und meinem Dad essen zu gehen?"

Fabio: "Oh...ich weiß nicht..."

Fabio schaut etwas verwirrt zu Martin. Martin lächelt und nimmt seine Miriam in den Arm. 

Martin: "Ich lad euch zwei ein, mit mir und meiner Tochter zu essen."

Miriam stößt ihren Vater in die Seite und schaut ihn böse an. Janette winkt etwas leise und traurig ab. Sie spürt das sie nicht willkommen ist und will offensichtlich nicht weiter stören.

Janette: "Alles gut Martin. Das ist lieb gemeint, aber ich denke ich werde heimfahren. Ich bin müde und hab noch einige Dinge zu tun."

Miriam: "Dann wär das ja geklärt mach´s gut Jasmin."

Janette: "Janette heiß ich. Dir viel Spaß Fabio."

Sie dreht sich um und geht zum Parkplatz. Fabio schaut ihr noch etwas nach bis er dann Martin und Miriam zum Auto folgt. Die kommenden Wochen und Monate vergehen wie im Flug und es dauert nicht lang bis sich Fabio und Miriam näher kommen. Ihm gefällt es wie direkt Miriam ist und das sie alles bekommt was sie will. Sie lässt sich nichts gefallen und sagt offen das was sie denkt. Irgendwann ist es wieder Zeit fürs Renntraining. Fabio hat verschlafen und ist verkatert, weil er wieder mit Miriam bis spät in die Nacht feiern war. Abgehetzt und mit starken Kopfschmerzen kommt er bei der Rennstrecke an. Janette ist schon an den Autos, hat den Rennanzug bereits an und prüft noch einmal den Luftdruck und die Gangbarkeit der Bremsen. Sie schaut auf, ihre Augen sind rot und sie sieht müde aus. Doch sie zwingt sich zu einem Lächeln. 

Janette: "Du bist zu spät Krümelmonster."

Fabio: "Ja mach nicht wieder so ein Drama draus. Ich bin ja da."

Janette: "Alles ok? Ich mein du wirkst so gereizt..."

Fabio: "Hey ich bin ein wenig zu spät und verkatert. Mach nicht so ein Drama draus."

Jannette: "Tu ich doch gar nicht. Ich wollte nur einen kleinen Spaß machen. Tut mir leid wenn ich einen Nerv getroffen habe."

Fabio schaut Janette genervt an, holt Luft, winkt aber ab und geht Richtung Umkleide um sich umzuziehen. Er schaut sich noch einmal um. Janette spielt an ihren Haaren. So wie sie es immer tat wenn sie nicht mehr weiter wusste. Mit ihrer rechten Hand streicht sie sich über ihre linke Wange, wahrscheinlich um sich eine Träne wegzuwischen und widmet sich wieder den zwei Rennwagen. Zwei Porsche GT3 RS´s. Was vor einem Jahr noch sein absolutes Traumauto gewesen war, durfte er jetzt für seinen Job fahren. Fabio wendet sich ab und geht in die Umkleide. Er zieht sich um und holt seinen Helm aus dem Spint. Sein Handy vibriert und auf dem Bildschirm erscheint eine Nachricht seiner Freundin Miriam. Noch hatte er Janette nichts davon gesagt das er jetzt vergeben war. Die Gelegenheit hatte sich einfach noch nicht ergeben. 

Miriam: "Hey mein Schatz. Danke für die tolle Nacht gestern. Willst du heute Abend vorbeikommen? Mein Dad hat mal wieder ein Meeting. Wir hätten also das ganze Haus für uns. Kuss Kuss."

Fabio: "Na klar. Um 18 Uhr bin ich bei dir. Aber jetzt muss ich erstmal noch ein wenig Geld für meine Lilie verdienen."

Miriam: "Ok mein Ritter. Aber red nicht mehr als nötig mit dieser.....mit dieser....Matilda?"

Fabio: "Janette. Nein tu ich nicht mein Schatz. Versprochen."

Miriam: "Du musst von so einer billigen Kuh keinen Namen wissen. Die tut dir nicht gut mein Liebling."

Fabio: "Ja ich weiß. Wir sehen uns später in Ordnung? Ich liebe dich mein Schatz."

Miriam: "Ich liebe dich auch. Und denk an meine Blumen."

Fabio lächelt kurz und steckt sein Handy wieder ein. Er schnappt sich seinen Helm und geht wieder zu den Rennwagen. Janette ist gerade dabei den Luftdruck an seinem Fahrzeug zu prüfen. Sie sieht sehr konzentriert aus und achtet kaum auf Fabio.

Fabio: "Janette...wir müssen reden."

Janette: "Wenn du mir sagen willst das du und Miriam ein Paar seit, das weiß ich bereits."

Fabio: "Woher?"

Janette: "Du erinnerst dich an Sophie meine beste Freundin? Sie war gestern mit ihrem Freund in dem Club, in dem du mit Miriam warst. Sie hat mir Videos geschickt."

Fabio: "Janette...ich wollte nicht das du es so erfährst."

Janette: "Schon in Ordnung. Du bist mir keine Rechenschaft schuldig. Sollen wir? Die Strecke ist frei, der Rest kommt erst später."

Janette dreht sich von Fabio weg, bringt das Prüfgerät an seinen Platz und zieht sich den Helm auf und ihre Rennhandschuhe an. Fabio sieht sie eine weile an, zieht dann ebenfalls seinen Helm auf und Handschuhe an und steigt ins Auto. Die beiden starten die Motoren und Janette fährt vor auf die Strecke. Da die Autos noch kalt sind, fahren die beiden ein zwei Runden um den Motor und die Reifen vorsichtig auf Temperatur zu bringen, bevor sie die Autos in die Pole Position rollen lassen.

Fabio fällt es sichtlich schwer sich zu konzentrieren. Ihm schießen tausend Gedanken durch den Kopf und überhört zuerst das Janette ihn anfunkt.

Janette: "Fabio? Hörst du mich? Hallo?"

Er schreckt aus seinen Gedanken hoch.

Fabio: "Huh? Ah Entschuldigung. Ja ich hör dich."

Janette: "Hey Kleiner konzentrier dich. Wir müssen hier wirklich gut abschneiden. Die Ausscheidungsrunden für das Rennen sind bald. Wir wollen doch dabei sein."

Fabio: "Ja ja. Hast ja recht. Ich halt jetzt meine Gedanken beisammen. Ist Willi im Turm?"

Willi: "Er ist im Turm, sieht und hört euch. Die Ampel wird jetzt gestartet. Seid ihr sicher das ihr fahren wollt? Da hinten scheint ein Unwetter aufzuziehen."

Janette und Fabio sehen sich kurz an. Beide haben wieder das Feuern in den Augen. Das Feuer der Autos das Blut pulsiert im Rhythmus mit den Motoren.

Janette: "Willi starte die Ampel."

Willi: "Na dann gute Fahrt und seid vorsichtig."

Janette und Fabio kontrollieren noch einmal die Instrumente, in den Fahrzeugen. Alles funktioniert, alle Instrumente zeigen das an was sie sollen. Danach geht der Blick geradeaus und die Hände umklammern die Lenkräder.

Janette & Fabio: "Na dann mal los."

Die Ampel leuchtet rot und wie in Zeitlupe wechselt die Farbe, erst auf gelb und dann auf grün. Die Räder quietschen, legen einen Filmreifen Burnout hin und beide Autos rasen davon. Fabio ist immer noch nicht ganz bei der Sache, das nutzt Janette aus um sich schnell vor ihn setzen. Einige Runden vergehen und langsam wird Fabio wacher, und setzt sich wieder vor Janette. Es fängt an stark zu Gewittern, die Rennstrecke füllt sich langsam mit Wasser und die Sicht wird schlechter. Doch die beiden drosseln ihre Geschwindigkeit kaum. Es blitzt und Fabio ist in einer Szene aus dem Club gestern Abend gefangen. Er und Miriam eng umschlungen. Wie sie intensiv zusammen tanzen. Ihm wird ganz heiß und das war es mit seiner Konzentration. Es knallt, Fabio prallt mit dem Kopf gegen das Lenkrad, dreht sich mehrfach mit seinem Auto, bis er dann endlich zum Stehen kommt.

Kapitel 5_Von Kollegen zu Gegnern

Fabio ist wie in Trance. Langsam öffnet er seine Augen. Alles ist verschwommen und in seinen Ohren ist ein unangenehmes Fiepen wahrnehmbar und sein Kopf dröhnt. Seine Tür wird aufgerissen und Janette steht im strömenden Regen neben ihm. Sie hat ihren Helm abgezogen und hält ihn in der rechten Hand. Fabio sieht sie an und hört sie nur ganz entfernt. Langsam gewöhnen sich seine Augen und Ohren wieder an die Umgebung und er hört endlich wieder was Janette sagt. 

Janette: "Fabio? Bist du ok? Was ist nur los mit mir? Hast du Drogen genommen? Fabio. Hey. Hörst du mich?"

Fabio: "Huh? Ja. Ja ich hör dich. Was ist passiert?"

Fabio zieht langsam den Helm und reibt sich den Kopf."

Janette: "Du bist da vorne voll in die Eisen gegangen. Ich konnte nicht mehr ausweichen und bin dir voll draufgefahren. Sag mal was ist denn los."

Fabio: "Ah shit. Ich glaub ich bin doch noch nicht ganz nüchtern. Verdammt."

Janette: "Wie viel hattest du denn?"

Janette hockt sich neben das Auto, der Regen strömt auf sie nieder und durchtränkt sie. Besorgt legt sie ihre linke Hand auf seine Hand und sieht ihn an. Doch Fabio sieht sie nur böse an und schlägt ihre Hand weg.

Fabio: "Ach lass mich doch in Ruhe. Ich brauch dich nicht. Könntest du fahren wäre das alles nie passiert."

Janette: "Wie bitte? Du trinkst dich halb ins Koma, kommst hier im Vollsuff an, kriegst es nicht hin dein Auto vor dem Start zu überprüfen und ich soll schuld sein? Das ist nicht dein ernst oder?"

Janette atmet schwer und stockend. Fabio dreht sich zu ihr, aber Janette steht auf und dreht sich weg. Er hält sie am Arm fest das sie ihn ansehen muss. Ihre Augen sind wieder rot und trotz des Regens meint Fabio Tränen zu erkennen, die an ihrer Wange herunterlaufen. Janette löst seine Hand von ihrem Arm und geht zu ihrem Auto. Sie versucht es zu starten und nach ein, zwei Anläufen springt der 4.0 Liter Sechszylinder Boxermotor springt an. Janette setzt zurück und rauscht an Fabio vorbei. Fabio seufzt schwer, startet dann auch seinen Wagen und fährt hinter Janette her Richtung Box. Dort angekommen wartet bereits Martin.

Martin: "Janette wir müssen reden. Komm bitte mit hinten in die Umkleide."

Janette folgt etwas bedrückt, Martin in die Umkleide. Fabio bleibt verdutzt zurück. Während die beiden in der Umkleide reden, begutachtet Fabio den Unfallschaden an den Autos. Zum Glück scheint es nichts großes zu sein. Plötzlich wird die Tür zur Umkleide aufgerissen und Janette stürmt nach draußen. Sie schmeißt ihre Rennklamotten auf den Boden und stürmt, ohne ein weiteres Wort zu sagen in Richtung Parkplatz davon. Der Regen hat noch nicht nachgelassen und so wird Janette innerhalb von kurzer Zeit ganz durchnässt. Doch das ist ihr scheinbar total egal. Martin kommt aus der Umkleide und hebt die Klamotten von Janette auf. Fabio sieht Martin fragend an. 

Martin: "Ich musste sie gehen lassen."

Fabio: "Aber warum? Was ist passiert?"

Martin: "Sie passt einfach nicht in das Team, das muss als Erklärung reichen. Lass die Autos stehen, unsere Mechaniker machen das gleich. Wir gehen erstmal mit Miriam essen."

Fabio sieht in die Richtung des Parkplatzes wohin Janette verschwunden ist. Von dort heult der Motor des Subaru WRX auf und schreit den ganzen Frust und die Wut in die Morgenluft, während er sich immer weiter entfernt und damit immer leiser wird. 

Die Wochen vergehen wie im Flug. Miriam und Fabio verbringen immer mehr Zeit miteinander und schon bald hat er den Disput, die Kündigung von Janette und den Unfall fast vergessen. Der Tag der Ausscheidung für sein erstes Rennen rückt immer näher, doch Fabio lässt das Training ziemlich schleifen. Partys mit Miriam, ihren Freunden und Alkohol sind ihm wichtiger geworden, als das Training. Er versäumt ein Training nach dem anderen und das körperliche Training lässt auch zu wünschen übrig und es wird immer eher mal sporadisch als regelmäßig trainiert.

Dann war der Tag der Ausscheidung auch schon da. Fabio fährt mit seinem Porsche Panamera GTS den er sich von seinem Gehalt gekauft hatte, auf den Parkplatz. Martin war sehr spendabel, da er um das Können von Fabio wusste. Fabio geht zur Umkleide um sich umzuziehen. Die Mechaniker waren fleißig dabei sich um seinen Rennwagen zu kümmern. Sie hatten GT3 RS zum Rennen echt wieder gut hinbekommen. Von dem Unfallschaden war nichts mehr zu sehen. Fabio legt seine Schlüssel und sein Handy in den Spint und zieht sich seinen Rennanzug an, als sich zwei Arme um seinen Hals schlingen. Er wirbelte herum und sieht in die braunen Augen von Miriam. 

Miriam: "Hey Schatz. Ich hab dich vermisst. Ich wollte dir noch viel Glück wünschen."

Sie stellt sich auf die Zehnspitzen und gibt Fabio einen Kuss. Draußen bricht Gelächter aus. Fabio drückt Miriam weg und geht raus. Vor der Box nebenan steht ein Miata mit großer Heckflosse in nachtschwarz, tiefergelegt und einem aufwendigen weitem Bodykit. Doch neben dem Porsche wirkt der kleine Miata eher mickrig. Der Fahrer und einer aus der Crew sind an dem Fahrzeug am arbeiten und sind an den letzten Feinheiten und Abstimmungen der Instrumente. Plötzlich taucht Martin neben Fabio auf und lacht. 

Martin: "Sie hätten die Anmeldung einfach lassen sollen."

Fabio: "Wer ist das denn? Die können doch nicht mit so einem schwachen motorisierten Fahrzeug an so einer Ausscheidung teilnehmen."

Martin: "Ne da wurde irgendwie ein anderer Motor, vom Fahrer selbst eingebaut. Aber trotzdem glaub ich nicht das der eine Chance hat. Der Fahrer keine Ahnung der wollte irgendwie Anonym bleiben. Sollte der weiterkommen, werden wir es erfahren. Davon gehe ich aber nicht aus. Na dann Champion, ab ins Auto."

Fabio schaut zu der Box rüber, der Fahrer mit Helm und verspiegeltem Visier, ist scheinbar mit seinem Team die Technik und den Funk am überprüfen. Langsam wendet sich Fabio um und geht zum Auto wo Miriam bereits wartet, mit seinem Helm in der Hand. Sie gibt ihm nochmal einen Kuss bevor er sich ins Auto setzt. Er setzt den Helm auf, steigt ins Auto ein und rollt dann mit den anderen Fahrern auf die Strecke zum warm fahren bevor es zur Startlinie geht. Da er bisher die besten Trainingszeiten hatte, und auch in den Aufwärmrunden sehr gut abschneidet, steht er weit vorne. Neben ihm nimmt der Unbekannte Fahrer in der Pole Position. Auch er hatte sich in den Aufwärmrunden sehr gut geschlagen. Der Fahrer gibt ihm einen Daumen hoch, was soviel wie, "viel Erfolg" heißen soll. Jetzt stehen alle an der Startlinie. Die Ampel leuchtet auf und das Signal ertönt das es jetzt gleich losgeht. Fabio versucht sich zu konzentrieren, aber der Alkohol der letzten Wochen macht sich bemerkbar. Die Ampel springt auf grün und die Autos rasen davon. Dieses Rennen besteht aus 8 Runden mit jeweils circa 10 Minuten Zeit pro Runde um in der Ausscheidung weiter zu kommen. Sieben Runden laufen ohne Probleme und Fabio hat einen guten Vorsprung rausgehauen. Er fühlt sich sicher, doch plötzlich taucht ein Auto in seinem Rückspiegel auf. Der Miata. Er holt schnell auf und in den Kurven ist der Miata deutlich im Vorteil, im Gegensatz zum deutlich klobigeren Porsche. Fabio drückt aufs Gas, aber keine Chance, in den Kurven zieht der kleine Miata vorbei und in kürzester Zeit ist er fast ganz aus dem Blickfeld verschwunden. Auf der Geraden versucht Fabio noch aufzuholen, aber keine Chance der Unbekannte Fahrer zieht vor ihm über die Ziellinie. 

Ein unterwartetes Ergebnis. Doch die Menge ist begeistert. Ein unerwarteter Sieger. Als die Autos wieder auf ihren Positionen sind, also in der Boxengasse, werden die Ergebnisse bekannt gegeben. 

Sprecher: "Das war heute ein spannendes Rennen. Natürlich ist unser Favorit Fabio Kleber, eine Runde weiter und wird beim offiziellen Rennen mitfahren, auch wenn er nur zweiter geworden ist. Wieder eine vortreffliche Zeit lieber Fabio. Aber auch unser bis jetzt Unbekannte Fahrer. Herzlich willkommen, im Rennen, als einer mit der besten Zeit und der erste im Ziel, Janette Zimbel!!!!"

Alle drehen sich zum Fahrer um und Janette zieht stolz ihren Helm ab. So Glücklich hatte Fabio sie länger nicht mehr gesehen. Sie strahlt über das ganze Gesicht und umarmt ihre Teamkameraden. Fabio schäumt vor Wut über sich selber. Er schnappt sich seinen Helm, geht zur Umkleide. Miriam rennt hinter ihm her. 

Miriam: "Hey Babe. Warum warst du nur so schlecht? Du hast doch nie gegen diese.....diese Sina verloren."

Fabio rollt mit den Augen und schmeißt wütend seine Klamotten und den Helm in den Schrank. 

Fabio: "Bitte Miriam. Lass mich jetzt bitte alleine."

Miriam stampft wütend mit dem Fuß auf und rauscht davon. Fabio nimmt sein Handy in die Hand und geht auf den Chat mit Janette. Wütend schleudert Fabio sein Handy in die Ecke und tritt gegen seinen Spint. Was war nur los mit ihm. Er erkannte sich selbst nicht mehr. Aber in Selbstmitleid versinken wird ihm halt auch nichts bringen. 

Der Tag des Rennens bricht an. Fabio hat die letzten Tage wieder trainiert, was Miriam nicht unbedingt fröhlich gestimmt hat, allerdings hat es auch nicht viel gebracht. Seine Zeiten haben sich nur wenig verbessert und der Ausgang dieses Rennens ist schon fast klar. Janette ist an ihrem Auto am Schrauben und mit dem Computer die Motoreinstellungen noch einmal am überprüfen, als Fabio dazustößt. 

Fabio: "Na? Immer noch im Dreck am wühlen?"

Janette: "Was willst du Fabio. Mir beim gewinnen zusehen?"

Sie lächelt ihn frech an bevor sie sich wieder dem Computer widmet.

Fabio: "Du wirst dieses Rennen nie gewinnen. Ich werde es gewinnen. Und ich habe meine Leute die sich um mein Auto kümmern, im Gegensatz zu dir. Du bist wirklich arm dran."

Janette seufzt legt den Laptop auf Seite, steht auf und schaut Fabio direkt in die Augen. 

Janette: "Ok Fabio. Ich wünsche dir alles Glück der Welt mit dem Rennen und mit dieser Miriam. Im Gegensatz zu dir mach ich mir gerne die Hände schmutzig. Und deswegen hab ich dich eigentlich auch gelieb.....warum ich dich gemocht habe, weil du dir eben gerne die Hände schmutzig gemacht hast."

Fabio geht nicht mehr großartig darauf ein und geht Richtung seines Auto und lässt Janette einfach so stehen. Die Ansage ertönt, das sich alle in die Startaufstellung begeben sollen. Janette und Fabio richten ihren Anzug und ihre Helme und lassen ihre Autos anrollen. Alle Autos rollen Richtung Startpunkt. Die Favoriten Janette und Fabio stehen ganz vorne. 

Die Ampel leuchtet auf. Rot die Motoren heulen auf. Gelb die Fahrer legen den Gang ein..........Grün und weg sind sie, mit einem Filmreifen start. Janette übernimmt diesmal schnell die Führung, während Fabio ihr dicht auf den Fersen ist. Spannende Runden stehen bevor. Immer wieder unternimmt Fabio auf der Geraden einen Versuch Janette zu überholen, doch es hilft nix. Der Miata bleibt ungeschlagen vorne. Fabio wird immer wütender und tritt den GT3 RS immer weiter an sein Limit. Doch es hilft nix. Die Strecke ist zu Kurvenreich und da muss der GT3 rs passen, während der Miata sogar einige überrundet und in den Kurven vorbeizieht. Janette zieht wieder als erstes über die Linie.

Kapitel 6_Das Rennen endet im Ziel

Zurück in der Gegenwart, wird Fabio von einem schrillen Schrei unsanft, aus seinen Gedanken gerissen. Der kommt vom Haus her und scheint von seiner Verlobten zu stammen. Fabio rollt mit den Augen, lässt das Werkzeug liegen, schnappt sich die Schlüssel und geht wieder zum Haus. 

Fabio: "Schatz? Was ist passiert?"

Miriam: "Nenn mich nicht Schatz. Daddy hat meine Kreditkarten gesperrt. Ich kann nix zu essen bestellen. AAAAAAAAH. Ich hasse ihn. Wie kann er es wagen. Ich bin doch sein Stern und einzige Tochter."

Fabio: "Hey alles ist gut. Warum nimmst du nicht die Karte die du von mir hast."

Miriam: "Ist das dein ernst? Du hast doch nix auf der Kante. Du bist ein Loser genau wie mein Versagervater. Kein Mann auf der Welt kann mir das bieten was ich brauch."

Fabio: "Ok weißt du was, es reicht mir. Auch wenn du schwanger bist. Es ist vorbei, ok? Pack deine Sachen und geh."

Miriam: "Ich und schwanger? Ich bitte dich. Warum sollte ich denn schwanger sein?"

Fabio: "Du hast mir gesagt du bist schwanger. Warum meinst du halte ich es so lange mit dir aus? Warum denkst du habe ich dieses Haus genommen? Weil du Kinder wolltest. Mit mir wolltest. Warum meinst du hab ich dir einen Antrag gemacht?"

Miriam: "Ja ich weiß was ich gesagt habe, aber ich ruinier mir doch nicht diese Figur. Hallo? Ich bin viel zu schön dafür als hinterher mit einem ausgeleierten Bauch rumzulaufen. Ich bitte dich."

Sie lacht spöttisch, setzt sich auf die Couch, schlägt die Beine übereinander und feilt weiter ihre Nägel. Fabio steigen die Tränen in die Augen. Ein dicker Klos sitzt ihm im Hals. Ihm wird klar das Janette damals recht hatte, als sie zu ihm sagt das Miriam eine Schlange sei. Eine Schlange die nur auf ihren eigenen Vorteil aus sei. Seine Hände ballen sich zu einer Faust. 

Fabio: "Raus."

Miriam: "Bitte was?"

Fabio: "Raus hier. Du hast 1 Stunde um zu verschwinden. Ich fahr jetzt eine Runde mit meinem, dir ja so verhassten Mustang und wenn ich wiederkomme bist du verschwunden. Ach, deine Hausschlüssel zu meinem Haus gibst du mir jetzt sofort. Genauso die Schlüssel zu meinem Auto, das ich dir gekauft habe."

Miriam: "Wie bitte? Du willst mich rauswerfen? Ich werde dafür sorgen das du nie wieder ein Rennen fahren, geschweige denn sonst wie Geld verdienen wirst. Daddy wird mir schon dabei helfen."

Fabio: "Schätzelein, wenn du es vergessen haben solltest, dein Vater hat den Rennsport schon lange aufgegeben und ich verdiene mein eigenes Geld. Deine Designerklamotten dein ganzer bling bling scheiß, das hat dein Daddy dir nicht gesponsert. Jetzt gib die Schlüssel her und verschwinde."

Miriam: "Aber Fabio Liebling. Wir können doch nochmal darüber reden. Vielleicht auch oben im Schlafzimmer."

Miriam geht auf ihn zu, kreist mit den Hüften und versucht Fabio zu verführen. Sie legt ihre Arme um Fabio und versucht ihn zu küssen. Doch Fabio reißt ihre Arme von seinem Hals und stößt sie zurück. Er hält die Hand auf und schaut Miriam scharf in die Augen. Dann greift er nach ihrer linken Hand, an dem der teuere Diamant Verlobungsring blinkt, den sie unbedingt haben wollte. Mit einem Ruck reißt Fabio ihr ihn vom Finger

Fabio: "So nun die Schlüssel. Jetzt."

Miriam stampft mit dem Fuß auf und schreit. Dann schmeißt sie die Schlüssel, Fabio vor die Füße und stampft die Treppe hoch zum Schlafzimmer um ihre Sachen zu packen. Fabio treibt es die Tränen in die Augen. Er nimmt die Schlüssel und den Ring und geht zum Schlüsselkasten. Wütend, traurig und verzweifelt schnappt er sich seinen Mustangschlüssel, schließt die restlichen Schlüssel ein, das Miriam nicht mehr an sie rankommt und verlässt das Haus. Der Mustang steht eingepackt in der Garage. Viel Zeit, zum bewegen des Schmuckstückes, hatte er nicht gehabt. Er hatte ihn sich kurz nachdem er das Rennen gegen Janette verloren hatte gekauft. Das war allerdings schon ein neueres Model, nicht wie den Mustang den er ihr damals überlassen hatte, nachdem sie sich getrennt hatten. Sein Mustang war aus dem Jahr 2010. Fabio packt das Schätzchen aus. Ein absoluter Traum für ihn gewesen dieses Auto. Er setzt sich ins Auto und startet den Motor. In dem Moment wo der V6 Motor aufheult, fühlt es sich so an als würde Leben in Fabio zurückkehren. Sein Herz fängt an spürbar zu schlafen. Fast so als hätte er die letzten Monate und Jahre nie wirklich gelebt. 

Bedächtig steuert er den vor sich hin brummenden Mustang aus der Auffahrt und schließt per Fernbedienung die Garage. Er fährt über Dörfer und Landstraßen in Richtung Autobahn. Ohne darüber nachzudenken fährt er auf der Autobahn dahin. Einfach ohne Ziel. Dieses Gefühl von Freiheit hat er so sehr vermisst. Irgendwann landet er bei der Rennstrecke. Ewig war er nicht mehr hier gewesen. Er war überall auf dieser Welt, auf fast jeder Rennstrecke, hat mit fast jeder Frau Party mach können und doch war da immer diese Leere gewesen. Als er bei der Rennstrecke ankommt ist es bereits am Dämmern. Der Parkplatz ist fast leer, doch ein Auto sticht Fabio ins Auge. Ein schwarzer SsangYong Musso der ihm irgendwie bekannt vorkommt. Schnell zieht er sein Handy aus der Tasche und scrollt durch Social Media, bis er auf das Foto mit Janette vor diesem Auto findet. Das Kennzeichen ist verdeckt, aber so oft sieht man dieses Auto ja hier nicht. Von ferne hört er ein Bellen. Als er aufschaut sieht er zwei Rottweiler die spielend und rennend auf den Parkplatz, Richtung Musso laufen. Am Eingang zu den Boxen sieht er zwei Gestalten, die sich scheinbar zum Abschied umarmen. Als er genauer hinsieht, erkennt er Janette und Willi. Janette lacht als sie Richtung ihres Autos geht, Willi noch einmal zuwinkt und die zwei Kälber ins Auto verlädt. Er greift nach dem Türgriff, um auszusteigen hält dann aber doch inne. Würde Janette ihn wirklich sehen wollen nach all der Zeit? Vor allem so wie er sie behandelt hatte? Also entscheidet er sich doch dazu sitzen zu bleiben. Er schaut zu wie Janette die Türen vom Auto schließt und auf dem Handy tippt. Sie hat sich kaum verändert. Gut sieht sie aus, etwas zerzaust und wie immer mit Hoodie. Janette steigt ins Auto ein startet den Motor und rollt davon. 

Nach einer gefühlten Ewigkeit steigt Fabio endlich aus. Langsam geht er Richtung Eingang. Seine Knie sind ganz weich. Als er um die Ecke kommt ist Willi an der Box von Janette und fährt grade den Skyline von der Bühne und in die Ecke. Fabio geht langsam auf ihn zu und wartet bis er aus dem Auto ausgestiegen ist. 

Fabio: "Hallo Willi."

Willi dreht sich abrupt um, sieht Fabio direkt in die Augen und fängt an zu lächeln. 

Willi: "Fabio. Mein Junge, ja Mensch, komm her. Lass dich umarmen, ich hab dich ja seit Jahren nicht mehr gesehen."

Ohne das Fabio groß etwas sagen kann, nimmt Willi ihn in den Arm und drückt ihn fest an sich. Danach hält er ihn auf einer Armlänge Abstand und mustert Fabio von oben bis unten. 

Willi: "Mensch Junge lass dich anschauen. Du siehst ja gar nicht gut aus. So eingefallen und diese Ränder unter den Augen. Was hast du gemacht Junge. Du siehst ja älter aus wie ich."

Fabio muss lachen und wischt sich eine Träne von der Wange. So sehr hatte er Willi vermisst. Willi war der Vater den er sich immer gewünscht hatte. Ein Vater der ihm alles über die Autos beibringt, mit ihm zusammen an den Autos schraubt und vor allem seine Träume unterstützt. 

Fabio: "Ach weißt du Willi, es ist nicht alles Gold was glänzt das weiß ich jetzt."

Willi blickt ihn ernst an. Dann weißt er ihn mit einer Handbewegung an, sich in die Sitzecke zu setzen. Nachdem er einen Kaffee für die zwei gekocht hat, setzt er sich mit einer ernsten Mine zu Fabio und reicht ihm eine Tasse. 

Willi: "Ok Fabio. Was ist los? Du siehst aus als hättest du Wochenlang nicht mehr geschlafen."

Fabio: "Nach all den Jahren kennst du mich immer noch so gut?"

Willi: "Ich seh es dir quasi an der Nasenspitze an."

Fabio: "Ja, ja ich merks. Puh und ja du hast recht. Ich schlaf seit Wochen, nein wohl eher Monaten nicht mehr."

Willi: "Miriam?"

Fabio: "Miriam."

Willi: "Ihr habt nie zusammengepasst. Ich weiß nicht was du von diesem Modepüppchen überhaupt mal wolltest. Sie mag ja nicht mal Autos."

Fabio: "Ja. Du hast recht. Sie hat mir vorgemacht das sie schwanger sei. Aber sie war es nicht. Ich habe sie direkt rausgeschmissen. Das war alles was ich mir gewünscht hatte. Ein Kind, eine Frau und ein Haus mit Autos. Wie konnte ich nur so blind sein."

Willi: "Sieh mal Fabio, manchmal sind die Dinge nicht so wie sie auf den ersten Blick scheinen. Sieh dir dieses Auto mal an."

Fabio: "Den GTR? Meins und Janettes Traumauto."

Willi: "Ganz genau. Er sieht wunderschön aus doch wenn du ihn jetzt fahren würdest, wäre das wahrscheinlich tödlich. Also was muss man tun um das man es fahren kann?"

Fabio: "Man muss das Problem herausfinden und die Entsprechende Teile austauschen oder reparieren."

Willy: "Sehr richtig. Und manchmal sollte man ein Teil was man als kaputt angesehen hat, reparieren."

Fabio muss lachen, reibt verlegen an seiner Tasse und schaut Willi wieder in die Augen.

Fabio: "Du meinst Janette oder?"

Willi lacht, lehnt sich entspannt in seinem Stuhl zurück und trinkt genüsslich aus seiner Tasse. Er schaut wieder zum Auto und wieder zu Fabio, bevor er ihm antwortet.

Willi: "Du musst selber wissen was du tust, aber du weißt das ich recht habe. Geld ist im Leben nun mal nicht alles."

Fabio muss grinsen. Nachdenklich aber entspannter als vorher, sieht zum GTR. Die Erinnerungen von ihm und Janette blitzen in seinem Kopf auf. Sie sind so friedlich voller positiver Energie und wunderschöne Zeiten. Es gibt ihm ein warmes Gefühl und er muss lächeln. Draußen lichten sich die Regenwolken und legen die untergehende Sonne frei und es bildet sich ein wunderschöner Regenbogen. Für eine Sekunde sieht er sich und Janette wie in Zeitlupe im Niesel tanzen. Das hatten er und Janette getan als sie gefeiert hatten, das sie von Willi entdeckt wurden. Sie hatten mit Sekt, an einem Parkplatz mit wunderschönen Ausblick auf die Rennstrecke und die Wälder angestoßen. Es fing an zu regnen und Janette hatte nach seiner Hand gegriffen und ohne darüber nachzudenken fingen sie lachend an im Regen zu tanzen. 

All die Zeit fühlte er sich so leer und jetzt nur durch diese kleine Erinnerung, fühlt er sich wieder erfüllt, voller wärme und geborgen. Wie konnte er die ganze Zeit so blind sein. Alles was er je sich erträumt oder gewünscht hatte war die ganze zeit vor seinen Füßen. Vielleicht hatte Willi recht. Es könnte einen Versuch wert sein, das zu reparieren, was vor Jahren kaputt gegangen ist.

Kapitel 7_Der Streckenverlauf geht weiter 

Seit dem Gespräch mit Willi sind ganze zwei Tage vergangen, doch Janette hat sich bis jetzt immer noch nicht dazu durchringen können, sich bei Fabio zu melden. Es ist 6 Uhr morgens, Atlas und Hunter schlafen friedlich in ihren Körbchen. Janette ist hellwach und starrt an die Decke ihres Schlafzimmers. Sie wälzt sich schon seit Stunden im Bett hin und her. Eigentlich war sie Todmüde, aber schlafen konnte sie auch nicht. Gedanken kreisen in ihrem Kopf und lassen sie einfach nicht zur ruhe kommen. Immer wieder tauchen Erinnerungen von Fabio vor ihrem geistigen Auge auf. War sie doch endlich so gut wie drüber hinweg, so tauchten doch jetzt wieder diese Bilder in ihrem Kopf auf. Es hat keinen Zweck. Seufzend setzt sich Janette auf, reibt sich die Augen und schaut aus dem Fenster in den Hof. Die Sonne geht am Himmel auf und taucht den Himmel in ein wunderschönes rotorange. Doch trotz der schlaflosen Nacht muss Janette lächeln. Sie war sehr reich. Nicht an Geld oder nicht nur an Geld, aber daran die kleinen Dinge noch zu sehen und wertzuschätzen.

Auf einmal brummt ihr Handy. Es ist Larissa, Janettes ältere Schwester. Janette stöhnt und reibt sich den Kopf. Ihre Haare sind ganz zerzaust und der Zopf den sie am Vorabend gemacht hatte, ist auch wieder aufgegangen. Müde schnappt sie sich das Handy. Sie kann sich schon denken was ihre tolle Schwester möchte, aber sie versucht neutral zu bleiben und nimmt endlich den Anruf entgegen. Ohne umschweife fängt ihr Schwester direkt zu reden, als sie hört das Janette abgenommen hat. 

Larissa: "Hey kleine Schwester wie geht es dir? Du hör mal könntest du mir ein wenig Geld leihen?"

Janette rollt mit den Augen, schlägt sich ihre Hand vors Gesicht und stützt sich mit den Armen auf den Beinen ab. Hatte sie es sich doch schon gedacht. Wann anders meldet sie sich nämlich selten bis gar nicht. Dabei verdient sie bei ihrer Stellung gar nicht schlecht, aber scheinbar muss man es ausnutzen das die kleine Schwester Geld hat und Fame ist

Janette: "Was hast du dir jetzt wieder gekauft was du dir eigentlich nicht leisten kannst."

Larissa: "Nix ich brauch nur etwas Geld?"

Janette: "Larissa....wofür?"

Larissa: "Nur eine Tasche. Die war aber gebraucht. Sag aber Arno nichts davon. Sie war aber gebraucht."

Arno ist Larissas Ehemann seit 2 Jahren. Die Hochzeit war einfach nur eine zur Schaustellung von dem was er besaß. Aber gut Larissa hatte mit ihm noch weniger zu tun, als mit ihrer Schwester. Deshalb war ihr das relativ egal.

Janette: "Das ist doch jetzt nicht dein ernst oder? Eine Tasche? Warte lass mich raten. Irgend so eine Investition für die Zukunft, um sie dann für doppelt so viel zu verkaufen. Die du dann aber eh nie wieder verkaufen wirst. Wie viele hast du davon jetzt? 2 mit der jetzt 3?"

Larissa: "Doch werde ich auch."

Janette: "Das sagst du jedes mal tust und tun wirst du es nie. Also wie viel ist es diesmal?"

Larissa: "Nur 5.000,-€."

Janette: "Ach nur 5.000,-€? Ja natürlich. Ist ja nicht so als würde man für das Geld ein Auto davon bekommen könnte. Hast du sie schon gekauft oder nur zurückgelegt."

Larissa: "Ich hab sich nur zurücklegen lassen, ich mein wenn Arno sieht das ich wieder was gekauft hat bringt er mich um. Also, wann kann ich das Geld haben?"

Janette kocht vor Wut und muss aufstehen bevor es sie zerreist. Verständlicherweise, dennoch versucht sie sich zusammenzureißen. Sie Atmet tief durch und Versucht so ruhig und vor allem so respektvoll wie möglich mit ihr zu reden. 

Janette: "Hör mal Larissa, wenn dann würde ich Arno helfen. Aber für eine Tasche dir Geld zu geben, nur damit Arno es nicht merkt oder erfährt? Nein Larissa. Vergiss die Tasche oder arbeite dafür das du sie dir leisten kannst."

Larissa: "Hallo? Du hast das Geld und ich brauche diese Tasche."

Janette: "Nein du willst sie und das ist der unterschied. Wollen und brauchen sind zwei verschiedene Dinge und das musst du endlich lernen. So ich muss mich um die Autos kümmern, um Geld zu verdienen. Wir hörn und sehn uns, mach´s gut große Schwester. Hab dich lieb."

Mit dem Satz legt Janette, ohne Larissa überhaupt zu Wort kommen zu lassen auf. Sie schaltet ihr Handy aus, um ihre Ruhe zu haben und reibt sich über die Stirn. Larissa und sie kamen schon lange nicht mehr miteinander aus, aber zur Zeit noch schlechter. Ihre große Schwester hatte schon immer mehr Wert auf Materielle Dinge gegeben als sie, doch seit sie ihren reichen Mann geheiratet hatte ist es noch schlimmer geworden. Wehmütig schaut Janette aus dem Fenster. Schließlich rafft sie sich auf und geht in ihr Ankleidezimmer um sich umzuziehen. Während sie sich am anziehen ist, hindert sie J.A.R.V.I.S glücklicherweise am denken.

J.A.R.V.I.S: "Guten morgen Miss. Ich hoffe sie haben gut geschlafen. Ihr Manager hat in Ihrem Kalender vermerkt das heute Training auf dem Programm steht. Des Weiteren soll ich sie daran erinnern das in zwei Wochen ein wichtiges Rennen stattfindet. Wie kann ich Ihnen sonst noch dienen Miss?"

Janette: "Also wieder den ganzen Tag an der Rennstrecke. Perfekt. Ja,  mach bereite noch das Futter von Hunter und Atlas vor und du stell mein Werkzeug in der Werkstatt bereit."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?"

Janette: "Ja du kannst meinem Manager schreiben, dass ich jetzt gleich erst trainiere, dann an meinen Autos arbeite und danach fahr ich wieder zur Rennstrecke."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss, wird erledigt. Wie kann ich Ihnen sonst noch zu Diensten sein?"

Janette: "Nein J.A.R.V.I.S, ich mach mir mein Frühstück selber, danke."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss."

Janette sieht sich im Zimmer um. Das körperliche Training hatte sie tatsächlich in der letzten Zeit etwas schleifen lassen, aber um zu gewinnen, musste sie statt den 100%, 200% geben. Etwas deprimiert zog sich Janette ihre Trainingsklamotten an und ging in die Werkstatt. In einer kleinen Ecke hatte sie sich eine Trainingsecke eingerichtet. Sport war zwar nie ihr Ding gewesen, aber seit sie in die Rennbranche eingestiegen war, war es fester Bestandteil ihrer Tagesroutine geworden. Morgens eine Stunde Krafttraining und eine Stunde Ausdauertraining. Das Ausdauertraining machte sie meist mit Hunter und Atlas im Wald. Wenn schlechtes Wetter war liefen die beiden mit ihr auf dem Laufband neben ihr. Heute hatten die beiden aber irgendwie keine Lust und selbst als Janette Richtung Werkstatt geht, bleibt es in ihrem Schlafzimmer still. Die beiden schlafen tief und fest. Also zieht Janette sich ihre Kopfhörer auf und geht zum Training.

Mittlerweile rückte die Uhr auf halb 8. Nach einem langen Ausdauer Training, setzt sich Janette auf der Drückbank auf und wischt sich mit dem Handtuch den Schweiß von der Stirn. Sie schaut auf ihre Uhr und ist zufrieden mit dem Ergebnis was sie für heute erzielen konnte. Jetzt ist es Zeit für das Frühstück. Auch wenn sie immer noch nicht wirklich Hunger morgens hat, muss sie etwas essen. Also geht sie in die Küche um sich was zu essen zu machen. Heute stehen etwas Haferflocken mit Bananen und Milch auf ihrem Speiseplan Plan. Als sie sich ihre Mischung grade fertig gemacht hat, kommen auch endlich die beiden Schlafmützen, Atlas und Hunter ins Zimmer geschlichen. Sie strecken sich erstmal und verlangen ihre morgendliche Streicheleinheit, bevor sie sich auch ihrem Frühstück zuwenden. Janette schaltet ihr Handy wieder ein, welches auch prompt klingelt. Es ist Michael, Janettes Manager.

Janette: "Guten Morgen Michael, was läuft? Bevor du fragst, ja ich habe mein Training gemacht und ja gleich geh ich auch auf die Rennstrecke um zu trainieren."

Michael muss lachen.

Michael: "Super, aber darüber wollte ich eigentlich nicht reden. Wir haben neue Sponsoren gewinnen können, deswegen haben wir dir einen neuen Rennwagen holen können. Er wird heute geliefert. Also sei am besten gegen 14 Uhr vor Ort, das du deinen neuen Wagen auch direkt testen kannst."

Janette: "Nicht dein Ernst. Was ist das neue Schätzchen denn?"

Michael: "Nein ich verrate nichts. Freu dich einfach auf heute Nachmittag. Wir sehen uns morgen auf der Rennstrecke für neue Besprechungen. Wir müssen ja noch unsere Strategien besprechen."

Janette: "Vielen, vielen Dank Michael. Du bist wirklich der beste Manager der Welt und liebe grüße an die Familie."

Michael: "Mach ich bis morgen Champion."

Voller Adrenalin und Vorfreude auf heut Nachmittag stößt Janette einen Freudenschrei aus und springt durch das Zimmer, sodass sich die beiden Hunde sich erschrecken und kurz losbellen. Zwar hatte sie schlecht geschlafen und die letzten Wochen und Monate waren nicht die beste Zeit, aber vielleicht würde ja jetzt endlich alles besser. 

Sie widmet sich wieder genüsslich ihrem Frühstück, was ihr jetzt auch nochmal deutlich besser schmeckt. Dabei scrollte sie durch ihre Social Media Accounts. Das letzte Foto das sie gepostet hatte war mittlerweile 1 Woche her. Ein Bild von ihr, wo sie vor ihrem McLaren Senna steht, in der Tiefgarage des Studios, kurz bevor sie ihr Interview hatte. Doch auf einmal kommen die ganzen Bilder von diesem Tag wieder hoch und auch die abweisende Art von Fabio an diesem Tag. Sie schüttelt mit dem Kopf und versucht sich auf ihren Content zu konzentrieren. Aber es geht ihr einfach nicht aus dem Kopf. All die schönen Momente die sie zusammen hatte und wie schlecht es geendet ist. 

Die Wochen in der sie bei Fabio war und bei ihm übernachtet hat. In der Fabio sie geärgert hat und sie sich gegenseitig aufgezogen haben. Der Tag an dem sie ihre Entdeckung gefeiert haben und es anfing zu regnen. An dem Tag an dem sie kurz davor war ihm zu sagen wie sie fühlte, wie sehr sie ihn mochte. Das sie sich so wohl bei ihm fühlte und das sie bei ihm endlich zur Ruhe kommen konnte. Wie sie ihren Kopf in seinen Armen endlich abschalten konnte. Sie wollte warten bis sie den Vertrag in der Tasche hätten. Doch sie hatte es versäumt. Ehe sie sich versehen konnte, hatte Miriam, ihr Fabio weggeschnappt. Der Mann der ihr nach langer Zeit wieder das Gefühl gegeben hatte nicht überflüssig zu sein, das sie was besonderes sei. Ein Mann der sie verstanden hatte, der auf sie einging wie kein anderer, der sie in den Arm genommen hatte wenn sie es brauchte, der durch die Welt fuhr nur um für sie da zu sein und mit dem sie bis spät in die Nacht telefoniert hatte. 

Hunter holt sie aus ihren Träumen, indem er seinen Bärenkopf auf ihren Schoß legt. Atlas kommt dazu und legt seinen Kopf auch auf ihren Schoß. Janette muss lachen und Nimmt die zwei fest in den Arm. Die beiden taten ihr wirklich so gut und wussten genau wenn sie Trost und beistand brauchte.

Janette: "Ach ihr zwei süßen was würde ich bloß ohne euch machen."

J.A.R.V.I.S: "Miss Janette, ihr Trainingskalender besagt das sie um 13 Uhr auf dem Renngelände sein sollen. Soll ich dafür etwas vorbereiten?"

Janette: "Ja bitte, du könntest die Teile für den Mustang bei Maurice bestellen."

Maurice hatte Janette nach dem Krach mit Fabio kennengelernt. Er hatte ihr schon einige Teile für den 1965´er Mustang besorgt, die meisten hatte sie zwar selber repariert oder hergestellt aber manche musste sie irgendwie besorgen und da war Maurice genau ihr Mann. Das herstellen und reparieren der Teile hatte ihr Fabio beigebracht. Beide hatten sich das alles selber gegenseitig beigebracht.

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss. Kann ich sonst noch etwas für sie tun?"

Janette: "Nein danke das wars."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss."

Es ist jetzt 11 Uhr und Janette entschließt sich dazu mit Hunter und Atlas noch ein wenig trainieren zu gehen. Deswegen zeiht sie sich ihre Laufschuhe an und geht mit Hunter und Atlas in den Wald laufen. Danach geht sie erstmal duschen und zieht sich um, für das Training auf der Rennstrecke. Da ihr Rennanzug auf der Rennstrecke befindet, entscheidet sie sich für ein schlichtes Outfit, vor allem da es zur Zeit sehr warm ist. Sie nimmt ihre High Waist Short in schwarz, ihr bordeauxrotes T-Shirt aus dem Schrank und zieht sich ihre Boots über und verlässt dann ihr Ankleidezimmer.

Janette: "J.A.R.V.I.S?"

J.A.R.V.I.S: "Ja Miss?"

Janette: "Bitte stell meinen Audi 80 Cabrio, Blue Pearl bereit. Ach und bitte mach die Betten von Hunter und Atlas fertig das sie gleich gut schlafen können."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss. Ihr Audi 80 Cabrio Blue Pearl wird gleich in der Garage stehen und Hunter und Atlas Betten werden gemacht."

Janette: "Danke das wars."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss."

Janette bringt die beiden Hunde ins Bett, gibt jedem noch einen Kuss auf die Stirn zum Abschied und geht dann zur Haustür. Schnell schnappt sie sich noch vom Schlüsselboard den Schlüssel für das Auto, bevor sie zur Garage geht. Auch wenn der Audi nicht älteste aus ihrer Sammlung ist, ist er das Baby was sie am längsten in ihrer Sammlung hat. Er ist nicht das teuerste, aber er ist ihr sehr ans Herz gewachsen genauso wie der 65iger Mustang. Das Tor zur Garage fährt hoch und da steht er. Der schöne Audi 80 Cabrio, mit einem 2 L 115 PS Motor, Keskin Tiefbettfelgen und einem BN Pipes Sportauspuff. Mit wenigen Handgriffen macht sie das Dach des Oldtimers auf und verstaut es schnell im Stauraum. Janette steigt ein und lässt den Motor an. Der 4 Zylinder springt sofort an und brummt vor sich hin, als sie ihn langsam aus der Garage fährt. Die Tore zu ihrem Anwesen öffnen sich und Blue rollt vom Hof, Richtung Rennstrecke.

Kapitel 8_Die Bestie der Rennstrecke

So lange war Janette nicht mehr Blue Pearl unterwegs gewesen und auch wenn sie alle für verrückt hielten, sie hatte immer den Eindruck das er sich immer freute, wenn sie beide nach längerer Zeit mal wieder zusammen fuhren. Er fuhr viel spritziger und man hatte das Gefühl der Kleine hatte richtig Spaß. Die beiden waren einfach schon so lange ein unzertrennliches Team. Blue zu verkaufen kommt für sie einfach nicht in Frage, auch wenn sie ihn in letzter Zeit doch etwas sehr vernachlässigt hatte. Doch war Blue einfach derjenige der sie am meisten versteht und immer für sie da ist. In ihren dunkelsten Zeiten war er es der sie aufgefangen hatte. Er wusste wonach sich ihr Herz sehnt und wohin sie es zieht und gezogen hat. Der Fahrtwind kühlt ihr von der Sonne aufgeheiztes Gesicht. Janette schnappt sich ihre verspiegelte Sonnenbrille, die auf dem Beifahrersitz liegt. Auf dem Platz wo ihr damaliger Hund immer gesessen hatte. Er hieß auch Willi und war ihr Baby. Willi starb in dem selben Jahr indem es mit Fabio auseinanderging. Das war eines der schwersten Jahre ihres jungen Lebens. In Gedanken schwelgend streicht Janette über das Lederlenkrad des Oldtimers.

Janette: "Du bist nach wie vor einfach ein wundervolles Auto. Vielleicht hast du keine 500 PS, aber dafür hast du etwas viel wichtigeres. Erinnerungen. Ach Blue wenn du nur reden könntest"

Janette genießt die Fahrt bis ihr Manager Michael wieder anruft.

Michael: "Hey Champion. Ich hoffe du bist schon auf dem Weg zum Training. Die Lieferung des Rennwagens wurde auf 12 Uhr vorverlegt aber wenn nicht kann das auch der gute alte Willi übernehmen."

Janette: "Was? Oh wow jetzt schon. Natürlich ich bin in wenigen Minuten an der Box. Wow ich bin so aufgeregt. Vielen Dank nochmal. Und Danke fürs Bescheid sagen."

Michael: "Aber für unseren Champion doch alles. Du hast es dir verdient. Hoffentlich gefällt der neue Schlitten dir. So Champion, ich muss los, die neuen Sponsoren informieren, wegen deinem nächstes Rennen. Das auch ja alle da sind. Wir hörn uns."

Janette: "Danke. Mach´s gut Michael."

Janette legt auf und fängt fast an zu weinen. Mit ihrer rechten Hand greift sie nach ihrer Kette, an der ein kleines Gläschen, mit Willis Haaren befestigt ist. All ihre Träume werden wahr. Sie hat ein Traumhaftes Haus, zwei Hunde, alle Autos die je wollte, ihren Traumjob als Rennfahrerin und wird gleich einen neuen Rennwagen bekommen zu ihrem Porsche GT4 RS. 

Bei der Rennstrecke angekommen steht schon ein Motorsport LKW auf dem Parkplatz. Janette parkt den Wagen, steigt aus, zitternd und sehr nervös geht sie zum LKW. Der Fahrer steigt mit einem Klemmbrett aus dem Führerhaus. Er ist so wie man sich so einen typischen LKW Fahrer vorstellt, ein Karo Hemd, eine Kappe und einen ziemlichen Bierbauch. Aber er ist sehr gepflegt und scheint immer zu lächeln. Zumindest lächelt er Janette mit einem breiten, freundlichen Grinsen an. 

Fahrer: "Hallo ich bin der Fahrer, aber du darfst mich Jeff nennen. Und du musst wohl die neue glückliche Besitzerin dieses Schmuckstücks sein."

Janette: "Ja das stimmt, ich bin Janette."

Jeff: "Perfekt. Na dann wollen wir mal das gute Stück auspacken."

Jeff geht zur Heckseite des LKWs und drückt auf einen Knopf. Die Heckklappe öffnet sich langsam und bildet eine Rampe. Im inneren ist es dunkel. Ein flaches Windschnittiges Auto, unter einer Abdeckung wird durch die Decken- und Seitenbeleuchtung sichtbar. Jeff steigt zum Fahrzeug in die Ladefläche und nimmt vorsichtig die blaue Stoffabdeckung ab, mit dem das Fahrzeug vor äußere Einflüsse und neugierige Blicke geschützt ist. Janette stockt der Atem. Unter der Abdeckung kommt ein Audi R8 Coupé zum Vorschein. Ein Sportwagen der Spitzenklasse und eins von Janettes absoluten Traumwagen, mit einem V10 Saugmotor, einer Leistung von 570 Pferdestärken. Als Jeff den Supersportler mit den 5,2 Liter, V10 Sauger Motor startet, treibt es Janette die Tränen in die Augen. Der Audi R8 rollt, vom Kaltstart grölend vom LKW. Bevor Jeff aussteigt schaltet er den Wagen wieder aus. Das ein und aussteige scheint gar nicht so einfach für ihn zu sein, was seinem größeren Umfang geschuldet ist.

Jeff: "So das ist das gute Stück. Und was sagst du?"

Janette: "Oh wow. D-d-d-d-d-das ist meiner? Der Kleine ist mir? Echt jetzt? Dieses Schmuckstück?"

Jeff: "Hmmmm also mein schlaues Klemmbrett sagt zumindest das eine gewisse Janette es bekommen soll. Und mit einem Ausweis und einer Unterschrift gehört er dir."

Jeff muss lachen und hält ihr fröhlich das Brett hin. Noch immer ganz neben sich kramt Janette ihren Ausweis raus und gibt ihm Jeff. Er grinst und nickt ihr zu. Schnell unterschreibt Janette den Überführungszettel und gibt ihn Jeff zurück.

Jeff: "Sehr gut ich denke du bist die richtige Person."

Damit steckt Jeff die zwei Schlüssel die zu dem Audi gehören in die Klarsichtfolie, zu dem Fahrzeugbrief und dem Schein und gibt dann alles, zusammen mit dem Durchschlag des Überführungszettels Janette. Sie nimmt alles entgegen und gibt Jeff seinen Stift wieder, den er ihr zum unterschreiben geliehen hatte. Dieser lächelt, nimmt seinen Stift entgegen, schließt dann wieder die Klappe des LKWs und winkt Janette zum Abschied nochmal zu.

Jeff: "Hey, mach´s gut und viel Spaß mit dem Schmuckstück."

Janette: "Vielen Dank fürs bringen und eine gute Heimreise."

Jeff: "Dankeschön."

Jeff winkt zum Abschluss noch einmal und steigt damit in das Führerhaus des LKWs. Als der LKW vom Parkplatz roll, schaut Janette ihm noch lange nach, bis er nicht mehr zu sehen ist. In Gedanken versunken, spürt Janette plötzlich eine Hand auf ihrer rechten Schulter. Sie schreckt hoch und wirbelt herum. Neben ihr steht Willi und lächelt sie an. 

Willi: "Hey Kindchen? Was sagst du zu dem Geschoss."

Janette: "Du hast die ganze Zeit gewusst das ich ein dieses Auto bekomme?"

Willi: "Aber sicher. Ich durfte beraten als es um deinen neuen Rennwagen ging. Du sollst ja was gescheites haben."

Janette: "Wow Willi du bist unglaublich. Danke. Du bist wirklich wie ein Opa für mich. Danke für alles."

Tränen füllen Janettes Augen und ohne weitere Worte fällt Janette, Willi um den Hals. Willi muss lachen und umarmt Jannette zurück. 

Willi: "Du hast es verdient Kleine. Du hast so viel durchgemacht und trotzdem kämpfst mit jedem Rennen weiter. Jetzt kannst du ihnen noch mehr als zuvor zeigen aus was du gemacht bist."

Janette schaut zu Willi auf und bemerkt das auch ihm die Tränen in die Augen getreten sind. 

Janette: "Also was sagst du. Lust auf eine Runde über die Rennstrecke?"

Willi lächelt und nickt zustimmend.

Janette: "Perfekt, dann sehen wir uns in 10 Minuten auf der Rennstrecke."

Während Willi zum Tor geht um es für Janette und den Audi R8 zu öffnen, steigt Janette in ihren neuen Supersportler ein. Es ist ein ganz ungewohntes Gefühl. Sie startet den V10 Motor und fährt den Audi in Richtung ihrer Box. Voller Adrenalin steigt sie schnel aus dem Fahrzeug und rennt in ihre Umkleide um sich umzuziehen. Der Rennfahreroverall sitzt genauso wie der Helm, somit kann das einfahren vom R8 losgehen. Zwar ist es keine Vorschrift die Dinge bei jeder Trainingsfahrt zu tragen, aber Janette will auf nur mal sicher gehen. Als sie die Umkleide verlässt, steht der aufpolierte R8 da. Böse schaut er aus, beinahe zum fürchten. Aber jeder Drache kann gezähmt werden. Er steht da als ob er sagen wollen würde, 'Na dann auf geht´s ich bin bereit, machen wir die Strecke unsicher'. Janette steigt ein, legt ihre Hände auf das Lenkrad und schließt ihre Augen. Langsam streicht sie um das Rennlenkrad und nimmt alles in sich auf. Der Geruch von Neuwagen, beinahe kann man noch den neuen Lack riechen. Sie spürt die Energie und Power die von diesem ungezähmten Drachen ausgeht. Die wilden ungebändigten Mächte die es zu reiten gilt. Dann öffnet sie die Augen wieder. Ihr linker Fuß tritt die Kupplung des R8´s, während sie mit ihrer rechten Hand den Zündschlüssel rumdreht, und den Startknopf betätigt. Die Bestie erwacht zum Leben, während sich im selben Moment eine Wolke vor die Sonne schiebt. Die Scheinwerfer des Audis blitzen auf und der Motor brüllt auf bevor er in ein gleichmäßiges Standknurren abklingt. Janette kann nicht anders als verschmitzt zu lächeln. Sie steuert die V10 Bestie auf den Startpunkt zu, wo bereits Willi wartet, der sich auch vorher noch in Schutzkleidung geworfen hat. Er steigt ein, schnallt sich an und schaut dann zu Janette. Man kann erkennen das er sich schon darauf freut diese Runde mit Janette zu bestreiten.

Willi: "Bereit?"

Janette: "Bereit wenn du es bist."

Willi betätigt eine Fernbedienung und die Ampel springt an. Janette umklammert das Lenkrad, auf einmal zieht Wind auf und die Wolken verdichten sich. Rot.............die Spanne bis das rot der Ampel erlischt dauert Janette eine Ewigkeit............START. Erster Gang und los geht es. Janette drückt aufs Gas und lässt die Reifen qualmen. Sie kann schon gar nicht mehr klar denken und merkt auch nicht wie schnell sie die Gänge hochjagt. Zweiter Gang der R8 brüllt als wolle er jedem um sich herum verjagen, seine bösen Scheinwerfer blitzen in der Dunkelheit auf. Dritter gang, vierter Gang, fünfter Gang. Es ist wieder da. Dieses Gefühl der Freiheit. Ihr Umgebung verschmilzt miteinander. Alles um sie herum ist nur noch ein Streifen und beinahe vergisst sie das sie ja nicht alleine im Auto ist. Der R8 brüllt alles heraus was sie Monate und Jahre lang zurückgehalten hat. Ihr kommt es aber vor als würde sie die Bestie wie in Zeitlupe über die Rennstrecke steuern. Die Kurven nimmt der Drache mit Leichtigkeit. Der Rennwagen liegt in den Kurven und ist nicht runterzubekommen. Janette fühlt sich so leicht, schwerelos. Als würde sie fliegen. Ehe sie sich versieht ist die Runde schon vorbei. Sie steuert wieder auf die Startposition zu und lässt Willi aussteigen. Das Lächeln scheint man ihm heute nicht mehr nehmen können.

Willi: "Mensch Kindchen. Wenn du so auf dem Rennen fährst, wie du jetzt fährst, werden die anderen keine Chance haben. Wie immer."

Janette: "Danke Willi du bist so gut zu mir. Ich hoffe es hat dir gefallen."

Willy: "Immer gerne Kleine. Es war klasse, danke mein Kind. Halt die Ohren steif."

Janette muss lächeln und nickt zustimmend.

Janette: "Ich geb mir Mühe Opa. "

Willi: "Ach und Kleine zeig ihnen was ein Mädel so alles drauf hat. Ich bin stolz auf dich. Du bist ein ganz toller und besonderer Mensch:"

Damit schließt Willi die Tür von dem Biest und begibt sich in Richtung des Kontrollturms. Janette schaut ihm lange nach und muss dabei Lächeln. Sie hat wirklich den besten Opa gefunden den man sich wünschen kann. Der R8 brummt warm und zufrieden vor sich hin. Sie legt den ersten Gang ein und steuert das Schmuckstück wieder auf die Strecke. Mit jeder Runde versucht sie ihre Zeit zu verbessern. Aber auf die Zeit schaut sie vorerst nicht. Erst wenn sie fertig ist will sie ihre Zeiten auswerten. Nach 15 Runden fährt sie noch eine langsame Runde um den R8 wieder abzukühlen und fährt dann in Richtung ihrer Box. Das Tor fährt hoch und sie fährt den R8 in die Box. Bald brauchte sie wohl ne größere Box. Janette muss innerlich kichern. Sie steigt aus und zieht ihren Helm vom Kopf. Boa wie schnell man schwitzt in diesen Anzügen aber sie dienen ja auch dem Schutz also was soll man machen.  Zum Glück hat sie eine kleine Dusche in ihrer Box. Sie schnappt sich ihre Sporttasche die sie vorhin in der Eile, in die Sitzecke geschmissen hatte. Da hatte sie sich Wechselklamotten eingepackt. Sie springt unter die Dusche und nachdem sie sich umgezogen hat, schnappt sie sich ihren Proteinshake den sie sich daheim gemacht hatte. Sie mochte das Zeug gar nicht aber bevor sie nichts zu sich nahm, dann lieber das. Schnell kippt sie das eklige Zeug runter, während sie sich mit dem, über ihrer Schulter hängenden Handtuch die Haare abtrocknet.

Janette: "Bah einfach nur ein ekliges Zeug."

Sie spült die Flasche aus und schnappt sich dann einen Energy aus dem kleinen Kühlschrank aus ihrer Sitzecke. Dann öffnet sie ihren Laptop und schaut sich ihre Trainingszeiten an. Janette scrollt durch die Zeiten die Willi ihr vom System aus geschickt hat und ist recht zufrieden mit ihren Zeiten.

Janette: "Na wer sagts denn? um ganze zehn Sekunden verbessert. Perfekt. Die Zeiten können sich sehen lassen."

Erschöpft sinkt sie auf ihre Couch. Steht kurz darauf, aber wieder auf und holt das Kleine Paket was in ihrer Sitzecke steht und öffnet es. Es sind die Bremsleitungen für ihren GTR - R34. Janette lächelt, nimmt die Leitungen aus dem Paket und schaut zu ihrem GTR.

Janette: "Na endlich. Nun Kleiner Mann, dann wollen wir dich mal wieder auf die Beine stellen."

Gesagt getan. Kurzerhand fährt sie den GTR auf die Hebebühne, lässt sie den Patienten hochfahren und beginnt die alten Schläuche auszubauen. Da sie eh noch nicht heim will, kann sie genauso gut auch grade die Schläuche wechseln. Sie legt sich das Werkzeug bereit und beginnt die Schläuche auszubauen.

Stimme: "Hab ich´s mir doch schon gedacht das du hier bist. Brauchst du Hilfe?"

Kapitel 9_Gib einem alten Auto eine zweite Chance

Erschrocken wirbelt Janette herum und tollpatschig, wie sie nun manchmal ist, stößt sie mit dem Kopf gegen den Seitenschweller des Autos. 

Janette: "Au verdammt. Aua."

Janette reibt sich die Stirn mit ihrer Hand und schaut dann an der Hand, ob Blut zu sehen ist. Glücklicherweise nicht. Es wird wahrscheinlich eine ganz schöne Beule geben, aber das war sie ja schon gewohnt. Es vergeht keine Woche in der sie nicht mindestens einen blauen Fleck davon trägt. Dann spürt sie plötzlich eine Hand auf ihrer rechten Schulter.

Stimme: "Alles ok? Hast du dich verletzt? Dich kann man echt nicht alleine lassen Kleine."

Kleine. Diese Stimme. Janette schaut auf. Fabio. Ihr Herz fängt an zu rasen. So sauer sie auch ist, so froh ist sie gleichzeitig ihn zu sehen. Doch sie versucht sich zusammenzureißen. Jedoch schaut sie in seine Augen. In die Augen in die sie sich einst verliebt hatte. Die blaugrauen Augen die ihn weggetragen haben, weg von aller Realität, in die tiefen des Ozeans, dahin wo alles still wird. Augen die sie ein Leben lang begleiten werden. So nah und doch so fern. Stundenlang könnte sie sich in diese Augen verlieren und mit jedem mal eine neue Linie, ein neues Muster entdecken. Fabio schaut sie fragend an und schwenkt langsam mit der Hand vor ihren Augen.

Fabio: "Erde an Janette? Alles gut? Brauchst du einen Arzt?"

Janette blinzelt und schüttelt den Kopf, um wieder der Realität zurückzukehren. Doch mit der Realität kommt auch der Schmerz auf ihrer Stirn zurück. Sie reibt sich die Stirn und schaut wieder nach unten um sich zu konzentrieren.

Janette: "Fabio. Was machst du denn hier?"

Fabio: "Ich wollte dich sehen und mal schauen was so aus dir geworden ist."

Janette: "Darfst du denn überhaupt mit mir sprechen? Oder kriegst du dann wieder Ärger mit Miriam."

Fabio reibt sich verlegen den Nacken. Janette drehte sich rum und suchte nach Werkzeug in ihrem Rollcontainer. Doch nicht weil sie welches brauchte, denn sie hatte vorhin schon alles parat gelegt, aber so konnte sie ihre Tränen auch gut verbergen.

Fabio: "Wir haben uns getrennt. Oder eher ich hab sie rausgeschmissen. Wir waren einfach nicht zueinander gepasst, das ist mir jetzt klar geworden. Sie mit ihrem Luxuswahn und Luxusleben und mir ging es eigentlich um das Rennen fahren, um die Autos und..............um die Menschen die diese Leidenschaft mit mir teilen."

Janette hält inne. Kann sie ihm wirklich vertrauen? Dieses Gefühl das sie alles schaffen kann wenn er da ist, war wieder da. Aber kann sie alles einfach vergessen oder wird er sie auch nicht wieder im Stich lassen? Sie dreht sich langsam um und sieht Fabio direkt in die Augen. Seine Augen wirken sanft, schuldbewusst, ehrlich. Doch ganz kann sie ihm noch nicht vertrauen, dafür ist einfach zu viel passiert. Aber Janettes Neugierde und ihr Herz sind stärker. 

Janette: "Und was soll das genau bedeuten."

Fabio: "Ich möchte das wir wieder ein Team sind. Ja ich weiß ich hab Mist gebaut und das du mir nicht einfach vertrauen kannst, dass weiß ich alles. Aber ich werde es dir zeigen das du mir vertrauen kannst. Zwar kann ich nicht versprechen das alles so wird wie früher, aber ich werde alles dafür geben. Das kann ich dir versprechen."

Janette: "Meinst du das wirklich ernst?"

Fabio: "Das tue ich. Sieh mal, ja ich bin durch die Welt gereist und ich hab viele Partys mitgemacht. Aber ich hatte nie wieder so ein Team, wie wir beide es waren. Ich möchte das wieder haben."

Fabio geht auf sie zu und nimmt sanft ihre Hände, in seine großen Hände. Sie sehen sich direkt in die Augen. Janette läuft es Eiskalt den Rücken runter. Dieses Gefühl, seine großen warmen Hände, die sie in jeder Nacht als sie bei ihm gewesen war gespürt hatte. Die sie gehalten hatten wenn sie schlecht schlief und die sie beruhigt hatten. Eine wärme die sie so lange nicht gespürt hatte.

Fabio: "Janette ich werde dich zu nichts zwingen, aber ich bitte dich. Gib mir eine zweite Chance. So wie dem Mustang."

Janette muss anfangen zu Grinsen, schaut dann erst auf den Boden und dann wieder zu ihm hoch. Sie drückt seine Hände ganz fest.

Janette: "Ok du Krümelmonster. Komm her und lass dich umarmen."

Fabios Augen fangen an zu Glitzern wie schon lange nicht mehr und sein lachen wird ganz breit. Die beiden fallen sich in die Arme und Fabio fängt an Janette durch die Luft zu wirbeln. 

Janette: "Ey du Bekloppter lass mich runter."

Fabio schaut zu Janette auf. In dem Moment Donnert es und im selben Moment prasselt der Regen zu Boden. Beide Schauen zum Dach auf. Dieser beruhigende Regen. Fabio lächelt Janette verschmitzt an.

Fabio: "Jetzt erst recht nicht."

Und ehe Janette etwas sagen kann, rennt Fabio mit ihr über der Schulter in den Prasselnden Regen. Es ist wieder da. Die Energie, das Lachen, die Freiheit und das Unbeschwerte. Als Fabio Janette eine Weile durch den Regen getragen hat setzt er sie endlich ab und beide schauen sie direkt in die Augen. Und plötzlich verschwimmt alles um sie herum. Nur noch Fabio und Janette scheint es zu geben. Durch den Regen sind beide schon ganz durchnässt. Dann macht Fabio eine tiefe Verbeugung und streckt seine Hand zu Janette aus. 

Fabio: "Darf ich um diesen Tanz bitten?"

Janette muss lächeln und schaut hinauf in den Himmel, die Sonne durchbricht die Decke und zieht einen goldenen Schein durch die Szene. Sie guckt zurück zu Fabio der sie Erwartungsvoll ansieht. Ihre Augen treffen seine und dann legt sie ihre Hand in seine. 

Janette: "Aber gerne doch der Herr."

Fabio zieht Janette an sich ran und sie tanzen gemeinsam durch den warmen Frühlingsregen. Es ist ungewöhnlich warm für diese Jahreszeit, aber umso willkommener ist da natürlich der leicht kühlende Regen. Auch wenn keine Musik da ist, spielt ihr Umgebung für sie die Melodie. Die Blätter die durch die leichte Brise rauschen, der Regen der auf die Blätter und auf den Boden prasselt, die Blitze die eine Lightshow zusammen mit der Sonne liefern und der Donner der immer wieder auf sich aufmerksam macht. Aber vor allem ihre Herzen die nach langer Zeit wieder im Einklang schlagen. Aus dem wilden Herumgehopse, wird nach einer Weile ein langsamer Walzer und schließlich ein wiegender Tanz. Janette legte ihren Kopf auf Fabios Brust und sie merkte wie sich Fabios Kopf an ihren Kopf anschmiegt. 

Frieden. Etwas das sie sich so lange Zeit gewünschte hatte. Es stimmt eben doch, das es eben nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Manchmal braucht es einen Regentanz und zwei gute Herzen. Sie wünscht sich das die Zeit nie aufhören würde. Fabio ist die perfekte Größe und er ist so warm. Doch dann merkt sie wie Fabio anfängt zu zittern. 

Janette: "Hey alles in Ordnung? Brauchst du Zucker?"

Fabio ist Diabetiker und muss immer sehr darauf achten. 

Fabio: "Ich weiß nicht, vielleicht wird mir auch einfach nur kalt."

Janette: "Okey, ich glaub wir gehen rein. Ich hab noch ein paar Klamotten im Schrank, da sind auch Sachen dabei die mir viel zu groß sind. Komm."

Die beiden gehen rein und Janette kramt die Klamotten raus, sie sind nicht die schönsten aber immerhin trocken und warm, denn durch das Gewitter hat es sich etwas runtergekühlt. Dann zieht sie sich selber noch schnell trockene Kleidung an und geht zu Fabio. 

Janette: "Hier ein Handtuch und die Klamotten. Nicht das du noch krank wirst."

Fabio: "Dankeschön. Du denkst auch echt an alles."

Janette: "Jetzt red nicht lang und zieh dich um sonst wirst du wirklich noch krank."

Fabio muss Grinsen. Verlässt dann aber gehorsam den Raum und geht zur Umkleide. Janette lacht und schaut sich im Raum um. Was könnte sie denn jetzt noch tun, ahja genau, die Bremsschläuche wechseln. Voller Energie geht sie ans Werk, 5 Minuten vergehen. Doch Fabio taucht nicht auf. Janette macht sich Sorgen und geht Richtung Umkleide.

Janette: "Fabio?"

Ein Leises Stöhnen kommt aus der Umkleide. Jannette reißt die Tür auf und Fabio liegt auf dem Boden, völlig neben sich und am zittern. Sie stürmt zu ihm und nimmt ihn in den Arm. 

Janette: "Fabio, hey kannst du mich hören ist alles ok? Was brauchst du Insulin oder Zucker?"

Fabio: "Zucker."

Flüstert Fabio Janette zu.

Janette: "Ok ich bin sofort wieder da bleib einfach nur wach ok?"

Janette legt Fabio in die stabile Seitenlage und läuft in die Küche und holt Würfelzucker und einige Schokoriegel. Damit läuft sie wieder zu Fabio. Sie nimmt ihn wieder in den Arm sodass er sitzend zwischen ihren Beinen zu Kräften kommen kann. Behutsam gibt sie ihm nach und nach erst den Zucker, um den Blutzucker wieder hoch zu kriegen. Sie hält in einer Umarmung das er nicht wieder auf dem kalten Boden liegen muss. Als er dann nach einigen Minuten wieder etwas halten kann, gibt sie ihm auch die Schokoriegel. Langsam kehrt die Farbe in sein Gesicht zurück.

Fabio: "Danke Kleiner Wurm."

Janette verdreht die Augen und schubst Fabio von sich. Fabio muss lachen.

Janette: "Dir scheint es ja schon wieder viel besser zu gehen. Na komm dann bring ich dich mal zum Sessel das ist bequemer als der Fußboden."

Janette reicht Fabio die Hand und hilft ihm wieder auf die Beine. Dann gehen sie gemeinsam zu ihrer Sitzecke wo sie ihn dann auf dem bequemen Sessel parkt um erstmal Tee zu machen. Nachdem dieser fertig gezogen ist übergibt Janette Fabio, mit einem Lächeln seine Tasse. Da fängt Fabios Handy an zu piepsen.

Fabio: "Ahja, jetzt sagt mir das Handy das ich Unterzucker habe. Dummes Ding. Danke nochmal. Das mein ich wirklich ernst."

Janette: "Ach Quatsch. Du hättest das gleiche für mich getan Krümelmonster."

Fabio muss lachen und reibt nachdenklich an seiner Tasse. Janette setzt sich neben Fabio auf den Sessel und winkelt das Bein an. Sie nimmt eine Decke und breitet sie über Fabio aus, nimmt sie sich selbst eine, wickelt sich ein und trinkt von ihrem Tee. Eine Weile sitzen sie so da. Ohne ein Wort miteinander zu wechseln. Der Regen prasselt auf das Dach der Box und erzeugt ein angenehmes beruhigendes Geräusch. Dann räuspert Fabio sich und schaut Janette an.

Fabio: "Janette ich meinte nicht nur das du mir Zucker und Schokolade gebracht hast. Sieh mal, du hast mir schon wieder so viel vertrauen entgegen gebracht. Dieser Tanz im Regen. Danke."

Janette wird ganz verlegen und nimmt erstmal einen Schluck von ihrem Tee. 

Janette: "Um ehrlich zu sein, hasse ich diese Seite an mir. Aber es war.....schön mit dir durch den Regen zu tanzen."

Fabio: "Welche Seite hasst du an dir?"

Janette blickt nach unten. Leichte Traurigkeit umhüllt sie wieder.

Janette: "Ich hasse es, das ich so schnell vergebe, weil so Menschen vor ihrer Strafe bewahrt wurden. Damit meine ich jetzt nicht dich"

Fabio mustert sie. Auch wenn er nicht genau weiß wovon sie spricht, kann er sich denken, was sie damit sagen will. Er lehnt sich zu ihr rüber und legt seine Hand auf ihre. 

Fabio: "Das mag sein, aber vielleicht ist es mein Glück das du so schnell vergibst.

Wieder bahnen sich Tränen ihren weg zu ihren Augen, doch die kann sie gerade noch unterdrücken. Es tat gut das zu hören. Vielleicht sollte sie wirklich anfangen diese Eigenschaft nicht als Schwäche sehen, sondern als Stärke und vor allem musste sie aufhören so viel zu weinen. Janette und Fabio müssen lächeln.

Fabio: "Du ähm, morgen ist ein Tuningtreffen. Hättest du Lust mit mir dahin zu fahren?"

Janette: "Ja klar gerne. Weißt du was wie wäre es wenn ich mit dem Auto kommen würde?"

Janette zieht ihr Handy vom Tisch, kramt ein wenig in ihren Fotoalben, dann schließlich zeigt sie ihm ein Bild. Fabio wird ein wenig emotional und ihm kommen die Tränen. 

Fabio: "Du hast ihn behalten? Und er sieht besser aus denn je."

Janette: "Ich konnte ihn nicht weggeben. Es hingen zu viele Erinnerungen daran."

Fabio: "Wow ich weiß nicht was ich sagen soll. Klar bring den Kleinen mit. Ich würde mich freuen ihn wieder zu sehen."

Die beiden sitzen noch eine Weile so da und reden viel über die vergangenen Jahre. Was so passiert ist und was sie so erlebt haben. Die Zeit vergeht wie im Flug und beide fühlen sich wie früher. So leicht. Es ist als ob diese vergangenen Jahre, in der sie keinen Kontakt hatten, nie existiert hätten. Der Regen prasselt weiter auf das Dach und so geht ein wundervoller Tag zu Ende. Zu Ende mit einer zweiten Chance.

Kapitel 10_Wieder auf den Rädern

Am nächsten morgen wird Janette von Hunter und Atlas geweckt. Die beiden verlangen nach Janettes Aufmerksamkeit und hauen mit ihren Vorderpfoten auf das Bett. Janette öffnet langsam die Augen und schaut in die großen Hundeaugen der beiden und muss anfangen zu lachen. 

Janette: "Na ihr zwei Racker? Wollt ihr kuscheln? Ist ja gut ich komm ja jetzt ihr zwei."

Janette steht auf, geht zum Fenster öffnet es und atmet tief die frische Morgenluft ein. Sie lächelt. So wie sie es schon lange nicht mehr getan hat. Die Sonne ist grade am aufgehen und färbt den Himmel in ein wunderschönes orangegelb. Der leichte Morgennebel liegt über den Wiesen und taucht die Umgebung in eine Fantasiewelt. Langsam wachen die Vögel auf und singen ein fröhliches Lied. Es ist ein wunderschöner Tag. Janette klatscht in die Hände und geht in ihr Ankleidezimmer. Voller Energie zieht sie ihre Sportklamotten aus ihrem Schrank und wirft sie sich über. Ihre zwei Hunde sitzen in der Tür vom Ankleidezimmer und wedeln voller Erwartung mit dem Schwanz.  

Janette: "So Hunter und Atlas. Wollen wir mal ein wenig Sport machen?"

Vor Freude drehen die beiden sich im Kreis und rennen zu Janette die ihnen, ihre Halsbänder und Leinen anlegt. So kann ihre Gassirunde oder mehr die Sportrunde starten. Das Trio macht sich auf den Weg nach draußen, Richtung Wald. Nachdem sie sich ihre Muskeln aufgewärmt hat, läuft sie los. Eine Stunde vergeht, zwei Stunden vergehen, bis sie merkt das ihre Beine müde werden. Sie hält an und genießt den Moment. Die Sonne taucht den Wald in ein warmes Orange. Atlas und Hunter sind sichtlich glücklich über die lange Joggingstrecke und spielen vergnügt miteinander. Janette muss grinsen und nutzt die Pause um wieder zu Atem zu kommen. Sie schließt die Augen und genießt diese kühle Briese die ihr über das Gesicht streichelt. Die Vögel sind emsig dabei Nahrung zu sammeln und die ganze Natur erwacht zum Leben. Janette schaut ihre beiden Vierbeiner an die sich mittlerweile dem schnüffeln der Duftnoten gewidmet haben.  

Janette: "Ok ihr zwei wollen wir zurück."

Hunter und Atlas antworten mit einem Bellen und kommen freudig auf die zugelaufen. Janette lächelt und fängt wieder an zu laufen Richtung Heimat. Auf der Rücktour merkt Janette das sie sich mit der Strecke doch etwas übernommen hat. Aber das hilft jetzt nichts. Jetzt muss sie durchziehen. Endlich daheim angekommen macht sie den beiden Rüpeln von Hunden zuerst ihre morgentliche Ration Futter, bevor sie dann unter die Dusche springt um sich selber frisch zu machen. Die Dusche tut gut. Das kalte Wasser rinnt an ihr herunter und hilft ihrer Muskulatur. Kalte Dusche war eigentlich nicht ihr Ding, aber es war schon ziemlich warm plus durch das Training könnte es leicht, sein das sie bald Muskelkater bekommt und dem will sie vorbeugen. Als sie aus der Dusche kommt zieht sie sich ein lockeres Oversized T-shirt und eine Shorts an. Von dem kleinen Badezimmerschränkchen schnappt sie sich dann ihr Handy, dass sie zuvor dahin gelegt hatte und geht in die Küche. 

J.A.R.V.I.S: "Guten Morgen Miss. Ich hoffe sie haben gut geschlafen und hatten ein erfolgreiches Training. Ihr morgentliches Essen steht bereit. Da sie schon sportlich Aktiv waren, habe ich ihren Proteingehalt angepasst. Des weiteren wurden die Teile für ihren Mustang geliefert, sie liegen bereits auf einem der Werkzeugtische an dem entsprechenden Fahrzeug. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?"

Janette: "Vielen Dank J.A.R.V.I.S ja du könntest alle anliegenden Meetings für heute Abend absagen. Ich hab keine Zeit. Ah und erinnere mich morgen daran meiner Besten Freundin das Geschenk für ihr Baby zu bringen."

J.A.R.V.I.S: "Sehr Wohl Miss. Werden Sie heute Abend außer Haus sein?"

Janette: "Ja ich werde nicht da sein."

J.A.R.V.I.S: "Sehr Wohl Miss. Kann ich sonst noch etwas für sie tun?"

Janette: "Nein danke J.A.R.V.I.S das wärs vorerst."

J.A.R.V.I.S: "Sehr Wohl Miss."

Janette macht sich erstmal einen Kaffee und setzt sich mit ihrem Frühstück und dem Kaffee in ihr Wohnzimmer. Hunter und Atlas legen sich auf den Teppich neben der Couch und sind bald eingeschlafen. Nachdenklich, aber zufrieden schaut Janette in die Halle und betrachtet ihre Autos, während sie ihr Frühstück löffelt. Es tut einfach gut, einen Kaffee zu trinken, dabei zu frühstücken und seine Autos dabei immer vor Augen haben zu können. Ein wirklich wahr gewordener Traum. Nach ihrem Frühstück, zieht sich Janette ihre Arbeitsklamotten an, bindet sich ihre noch feuchten dunkelblonden Haare zu einem Zopf zusammen und geht in die Werkstatt. Hunter und Atlas scheinen keine Lust mehr zu haben und bleiben auf Teppich im Wohnzimmer liegen. Nicht mal wirklich die Augen bekommen sie noch auf. Sie schlafen einfach weiter. Janette lächelt und geht dann durch die Glastür, über die Treppe in die Halle zu ihrem Mustang. Daneben steht ein Werkzeugtisch worauf einige Kleinteile liegen und neben dem Tisch stehen 4 große Kartons. Ihre Augen weiten sich und sie beginnt sofort die Pakete auszupacken. Richtig es waren die Original Mustang Felgen plus Weißwandreifen, wonach sie die ganze Zeit für dieses Auto gesucht hatte. Ohne große umschweife beginnt sie die Reifen aufzuziehen und die Räder zu tauschen. Nachdem sie die Kleinteile noch montiert und den Luftfilter wieder eingebaut hat, lässt sie das Schmuckstück langsam ab. Wie in einem Traum läuft sie um das Auto rum. Sie kann es nicht fassen. Endlich ist er fertig und das passend zum Tuningtreffen. Dann fällt ihr Blick auf die Uhr. Oh Weih jetzt sind es schon 15 Uhr. Sie hat gar nicht gemerkt wie schnell die Zeit vergangen ist. 

Janette: "Jetzt tun wir dich aber noch einmal starten. Ich muss ja sehen ob du dich jetzt wieder rund anhörst."

Sie geht zur Fahrerseite, steigt ein und startet den alten V8. Der Kleine brummt auf und schnurrt dann vor sich hin. Janette kommen die Tränen und sie jubelt laut vor Freude. Sie steigt aus und fängt an den Kleinen zu filmen und richtet dann die Kamera auf sich. Zuerst schickt sie das Video an Maurice und dann in ihre als Reel auf Instagram, mit dem Titel "Endlich geschafft. Keine Mucken mehr und in einem einwandfreien Zustand." Nicht lange danach kommen die ersten Glückwünsche rein und die ersten Likes. So viele ihrer Follower freuen sich mit ihr das ihr Herzensprojekt endlich einwandfrei läuft. 

Janette kann es immer noch nicht glauben und ein läuft paar mal Ungläubig um das Auto herum. Doch bevor sie noch an einer Co² Vergiftung eingeht schaltet sie das Pferdchen wieder aus.

Janette: "JAAAAAAA! YES! YES! YES! Danke Kleiner. Oh man du machst mir so eine große Freude."

Vor Freude tanzt hüpft sie im Kreis und gibt Neela einen Kuss auf die Motorhaube. Ihr Handy vibriert und zeigt eine eingehende Nachricht an. Schnell zieht sie ihr Handy aus der Hosentasche und öffnet es. Die Nachricht ist von Fabio.

Fabio: "Hey Kleine, das treffen findet um 20 Uhr statt. Wir treffen uns da. Ich freu mich auf euch zwei. Den Standort schick ich dir gleich noch zu. Bis heute Abend."

Janette grinst und schaut nochmals auf die Uhr. Jetzt muss sie aber erstmal was essen und trinken, sie darf ja net noch vorher vor Aufregung umkippen, weil sie nichts gegessen oder getrunken hat. 

Janette: "J.A.R.V.I.S."

J.A.R.V.I.S: "Miss Janette zu Ihren Diensten."

Janette: "Bitte sorg dafür das die Waschhalle einsatzbereit ist. Der Mustang benötigt eine Wäsche."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss. Kann ich Ihnen mit sonst noch etwas behilflich sein?"

Janette: "Nein das wärs, danke."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss."

Damit geht Janette ins Bad und wäscht sich erstmal die Hände und das Gesicht. Ihre Hände sind ganz schwarz von der Arbeit und auch ihr Gesicht hat einige schwarze Ölspritzer abbekommen. Deswegen lohnen sich helle Klamotten bei ihr wirklich überhaupt nicht. Als sie fertig ist, geht sie in die Küche um sich ihren Lieblingssalat mit Chicorée, Gurken, Avocado und Ei zu machen. Sie liebt diese Mischung, sie ist sehr Nahrhaft und doch so gesund. Manchmal ist sie selber überrascht, wie ihr Körper zur Zeit doch eher auf die gesunden Sachen statt auf Fastfood oder so ein Zeug Lust hatte. Nachdem sie aufgegessen hat war jetzt die Kleiderwahl, für den heutigen Abend an der Reihe. Was sollte sie nur anziehen. Es ist sehr warm wieder aber Abends wenn die Sonne weg ist kann es sehr frisch werden. 

Schlussendlich entscheidet sie sich wieder für etwas schlichtes. Ein langärmliges CropTop mit Kapuze,  darunter einen schwarzen Sport BH, schwarze weite, knielange Shorts mit einer Kette daran und Boots mit einer kleinen Tasche an der Seite. Hmmm aber ist das nicht zu kalt? Schlussendlich entscheidet sie sich dazu noch vorsichtshalber einen Hoodie und ihre Lederjacke mitzunehmen. Ihr Handy blickt auf und eine Nachricht von Fabio erscheint auf dem Bildschirm. Der Standort wo das Treffen stattfinden soll.

Jetzt heißt es erstmal noch die Zeit todschlagen, also entscheidet sie sich dazu den Mustang noch herzurichten, schön zu waschen und aufzupolieren. Janette schnappt sich den Schlüssel des Mustangs, fährt ihn in ihre angrenzende Waschhalle und fängt an ihn gründlich zu waschen. Der Kleine bekommt eine gründliche Wäsche von außen und von innen. Die Stunden vergehen wie im Flug und schon war sind es halb acht. Zeit aufzubrechen. Bis zum Treffen sind es knapp eine halbe Stunde, heißt sie wird pünktlich da sein. 

Janette: "J.A.R.V.I.S bitte öffne das Haupttor und schließe nachdem ich raus bin alle Tore. Schalte auch bitte alle Lichter im Haus und der Halle aus und die Beleuchtung in der Einfahrt an. Ach und schalte die Sicherheitsvorkehrungen ein."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss Janette. Die Beleuchtung in der Einfahrt ist aktiviert und Beleuchtung im Haus und in der Halle wird ausgeschaltet sobald sie das Haus verlassen haben, auch wird dann die Sicherheitsvorkehrung aktiviert. Ihnen eine gute Fahrt Miss."

Janette steigt ins Auto und startet den Motor. Der V8 Motor brummt vor sich hin und Janette steuerte das Kunstwerk Richtung Rolltor, das sich öffnet und der Mustang gleitet in den Abend hinaus, der untergehenden Sonne entgegen. 

Es ist ein lauer Sommerabend. Janette rollt das Fenster runter und lässt sich die laue Brise um die Nase wehen. Sie streckt den Arm zum Fenster raus und genießt diese Freiheit. Sie fühlt sich so frei wie als würde sie einen Drachen reiten. Ihre wehen im Wind und kitzeln sie in der Nase, so das sie Niesen muss. Nach einer halben Stunde hat sie den Standort erreicht. Es stehen schon viele mit ihren getunten Autos da. Aber auch einige mit Originalen Fahrzeugen die einfach mal sehen wollen was so möglich ist, stehen dabei. Janette fährt langsam über den Platz bis sie im Orangerot der untergehenden Sonne einen, ihr sehr bekannten Mustang entdeckt. Sie parkt neben ihm, steigt aus ihrem blauen Neela aus und sieht sich um. Doch ist kein Fabio, weit und breit zu sehen. Es dauert nicht lange und einige erkennen sie von Instagram wieder und wollen mit ihr und dem Mustang ein Bild machen. Janette freut sich das so viele an ihrem Langzeitprojekt Interesse haben und versucht mit so vielen wie möglich ein Bild zu machen. Auch gibt sie einige Autogramme auf, Shirts, Bildern, Handyhüllen oder sogar auf einem Halsband von einem Hund. Damit hat sie nie gerechnet das jemals, jemand von ihr ein Autogramm haben wollen würde. Nachdem sich die Menge so nach und nach wieder gelichtet hat, schaut sich Janette noch einmal um, ob sie Fabio nicht doch irgendwo findet. In dem Moment greift sie jemand in die Seite.

Stimme: "Hallo Kleine."

Janette erschrickt, macht einen Satz nach vorne und dreht sich blitzschnell um, um in das lachende Gesicht von Fabio zu schauen.

Fabio: "Du hast dich überhaupt nicht verändert."

Janette: "Du Blödmann. Was ist falsch mit dir."

Sie schlägt nach Fabio der ihr wiederum geschickt ausweicht, so wie er es immer getan hatte. Janette kann nicht anders als Lächeln und bevor sie irgendwie nachdenken kann, geht sie zu Fabio und nimmt ihn fest in den Arm. Er verstummt und erst passiert nichts, doch dann erwidert er ihre Umarmung, hält sie fest im Arm und legt seinen Kopf auf ihren. Sie laufen lange noch über den Treff und begegnen vielen Fans, auch ein paar die, die beide noch als Partner kennengelernt haben. Doch nach einiger Zeit wird beiden langweilig.

Fabio: "Zur Startbahn?"

Janette: "Zur Startbahn."

Die Startbahn, ist eine alte stillgelegte Kleinflugzeug Landebahn und ist der Platz wo sie damals gefeiert hatten das sie Rennfahrer werden würden. Sie hatten es Landebahn genannt, da die Aussicht ein wenig an eine Startbahn einer Rennstrecke erinnerte. Fabio und Janette sprangen ins Auto und fuhren los. Es ist mittlerweile schon 2 Uhr nachts und dunkel. Die Sterne und der Mond leuchteten hell und weisen ihnen gewissermaßen den Weg zur Landebahn. Die zwei Mustangs fahren hintereinander her und ihre brummenden Motoren hallen durch die Nacht. Am Ende der Landebahn angekommen, mit einem weiten Blick ins Tal stellen sie die Pferde nebeneinander ab. Janette zieht sich ihren Hoodie über, den sie glücklicherweise eingepackt hatte, denn es war inzwischen recht frisch geworden. Während Fabio irgendwas an seinem Kofferraum rumfuhrwerkt lehnt sich Janette, etwas fröstelnd gegen ihren Mustang. Kurz darauf kommt Fabio mit einer Jogginghose und Decken zu ihr. 

Fabio: "Ich habe mir schon gedacht das du wieder nicht genug dabei haben wirst. Hier zieh die an bevor du krank wirst. Und halt mal die Decken ich muss noch was holen."

Janette lächelt und nimmt die Decken und Jogginghose entgegen. Sie zieht sich die Hose an und wirft sich eine der Decken über. Es wird sofort mollig warm und der Geruch von Fabio wirkt direkt beruhigend auf sie. Fabio kommt zurück und hält eine Tüte in der Hand.

Janette: "Was hast du denn da jetzt noch?"

Fabio: "Das wirst du jetzt sehen. So einmal für dich..."

Er zieht eine Schachtel Chicken Nuggets und eine Dose Energie raus und gibt sie ihr.

Fabio: "Ich weiß das du die magst und da dachte ich mir warum nicht. Die Nuggets waren auch in einer Thermobox vielleicht sind sie warm geblieben."

Janette: "Du bist doch verrückt. Danke."

Zum Glück sieht Fabio ihre Tränen in den Augen nicht. Noch nie hatte jemand das für sie getan. Selbst ihre Beziehungen die sie mal hatte. Dabei braucht es doch so wenig um das man eine gute Zeit hat. Auch Fabio holt endlich sein Essen raus, zwei Burger, Pommes und eine Flasche Cola light. In dem Moment piepst sein Handy und seine Handyapp zur Überwachung seines Insulins meldet das er sein Langzeitinsulin nehmen muss. Er geht zu Silverwing wie Janette ihn so liebevoll einmal getauft hat, holt sein Insulin raus und spritzt sich seine Dosis. Beide essen in Ruhe und genießen die Zeit zusammen. Sie reden viel und merken gar nicht wie die Zeit vergeht. So viel gelacht und so tiefe Gespräche hat Janette lang nicht mehr geführt. Auf einmal merken sie wie der Himmel sich Lilarot färbt und die Sonne langsam am Horizont aufgeht. Beide werden still und genießen diese Aussicht. Sie setzen sich mit den Decken auf die Motorhaube von Fabios Mustang. Fabio rückt immer wieder ein kleines Stück näher bis er ganz nah neben Janette sitzt und legt seinen Arm um sie. Janette legt ihren Kopf auf Fabios Schulter und Fabio seinen Kopf auf ihren. So sitzen sie nun da. Genießen die Aussicht, die Ruhe, die Gesellschaft und das sie wieder zueinander gefunden haben. So könnte der Tag gerne einfach bleiben.

Kapitel 11_Die Ziellinie in Sicht 

Janette und Fabio sitzen noch lange an ihrem Platz und beobachten die Sonne wie sie am Horizont aufgeht. Doch irgendwann gegen halb 6 beschließen beide zu Janette zu fahren. Müde und erfüllt fallen sie ins Bett und als wär nie etwas gewesen, kuscheln die beiden sich zusammen ins Bett. Fabio hält Janette im Arm und bald sind beide eingeschlafen. Doch der Schlaf geht nicht lange, denn gegen 12 Uhr weckt J.A.R.V.I.S sie aus dem Schlaf.

J.A.R.V.I.S: "Miss. Sie haben um 14 Uhr Training auf der Rennstrecke. Soll ich ihr Frühstück herrichten?"

Janette: "Och J.A.R.V.I.S es ist doch noch so früh."

J.A.R.V.I.S: "Es tut mir leid Miss, aber Sie persönlich haben mir aufgetragen sie um 12 Uhr zu wecken sollten Sie noch nicht aufgestanden sein."

Janette: "Ja ist ja gut J.A.R.V.I.S danke fürs wecken. Ok mach das Frühstück. Allerdings für 2 Leute."

J.A.R.V.I.S: "Sehr wohl Miss. Für zwei Leute wird sofort für sei zubereitet."

Janette muss lächeln. Sie merkt einen Arm unter ihrem Hals und einen um ihren Bauch. Als sie sich umdreht sieht sie Fabio. Sie streicht mit einer Hand über sein Gesicht. Nein es war kein Traum gewesen. Das alles ist Wirklichkeit. Janette streicht Fabio eine Haarsträhne aus dem Gesicht, in dem Moment nimmt Fabio ihre Hand, legt sie auf seine Brust und zieht sie näher an sich heran. Dann fängt er an zu schmunzeln. 

Fabio: "Guten Morgen Kleine."

Janette fängt an zu lachen, schlägt nach ihm und versucht sich von ihm wegzudrücken, doch umso mehr sie es versucht, umso fester hält Fabio sie fest. Beide müssen lachen und schließlich gibt Janette auf und kuschelt sich wieder Fabios Arme.

Janette: "Ich muss langsam aufstehen. Oh man ich hab keine Lust."

Fabio: "Ja aber du hast doch Training. Du musst es noch nutzen solange du kannst."

Janette: "Hast ja recht. Na gut dann zieh ich mich mal um."

Janette steht auf und Fabio sieht ihr nach wie sie in ihrem Ankleidezimmer verschwindet. Sie ist einfach so glücklich wie schon lange nicht mehr. Dieses Lachen will auch gar nicht mehr aus ihrem Gesicht weichen. Heute ist es etwas frischer und draußen hatte es, kurz nachdem die beiden bei Janette angekommen waren, angefangen zu regnen. Also entscheidet sich Janette für eins ihrer Lieblingsshirts, das sie bei den Rennen trug unter dem Anzug trug, einen dicken Hoodie und eine Leggings. So kann sie später schnell in ihren Rennanzug schlüpfen und musste sich nicht noch großartig umziehen. 

Fabio: "Ey ihr zwei, dürft ihr überhaupt ins Bett?"

Janette schaut um die Ecke und sieht wie Hunter und Atlas, über Fabio klettern und ihn beschnüffeln. Sie muss lachen, auch wenn sie es nicht mag wenn die beiden einfach ins Bett krabbeln, kann sie den beiden bei dem Anblick nicht böse sein. 

Janette: "Ok das reicht jetzt ihr zwei. Atlas, Hunter runter. Ihr wisst das ihr da nicht drauf dürft. Lasst Fabio etwas Luft zum Atmen."

Brummig gehorchen die beiden und gehen klettern Langsam runter vom Bett, schauen Janette dabei aber immer wieder an. Sie hätte es sich ja vielleicht in der Zeit nochmal anders überlegen können. Geknickt und schuldbewusst schlurfen die beiden zu Janette, um sich ihr Entschädigungskuscheln abzuholen. Die sie natürlich bekommen. Ihren zwei Brummbären konnte sie schließlich nicht lange böse sein. Fabio sieht sich das ganze an, steht dann aber auch auf, schmeißt sich seine Klamotten über und geht dann mit Janette in Richtung Küche. Das Haus riecht schon nach Kaffee, Speck, Toast, Bacon und Rührei. Janette stellt alles auf den Tisch und holt aus dem Kühlschrank eine Cola Zero. Fabios Lieblingsgetränk da er ja Diabetiker ist. 

Fabio: "Danke. Du hast dich dran erinnert?"

Janette: "Natürlich wie könnte ich das auch vergessen. Weißt du denn nicht was ich dir bei unserem ersten Treffen mitgebracht habe?"

Fabio: "Doch natürlich. Es war eine Flasche Cola Zero, ein ziemlich verrückter Hoodie, zwei Flaschen Schnaps aus deiner Heimat und ein Kartenspiel. Ach und bevor du fragst der Hoodie war weiß, rot und lila. Ich weiß immer noch wie du auf diesen Hoodie gekommen bist."

Janette: "Als ich den gesehen habe dachte ich eben das er dir stehen könnte."

Fabio: "Und weißt du noch warum du das mitgebracht hast?"

Janette: "Natürlich, du hast mir ein Video geschickt, das wenn ich nicht in 20 Minuten antworte ich dir eine Cola und ein Shirt schulde. Hätte ich noch 5 Minuten gewartet wäre es zusätzlich ein Panzer gewesen."

Fabio: "Ja der wäre mir bedeutend lieber gewesen."

Janette muss lachen. 

Janette: "Das glaube ich dir gerne. Aber mir nicht. Wie hätte ich den denn transportieren sollen."

Fabio: "Mir doch egal hättest dir mal was einfallen lassen sollen."

Die beiden müssen lachen und fangen dann an zu essen. Die Hunde knuspern friedlich ihr Trockenfutter und verkrümeln sich dann wieder auf den Teppich im Wohnzimmer. Nach dem Frühstück macht sich Janette noch einen Shake, aus zwei Bananen, Milch und ein bisschen Haferflocken und geht dann mit Fabio, Hunter und Atlas nach draußen. 

Janette: "Hey Fabio, willst du noch mit auf die Rennstrecke?"

Fabio: "Hmmm klingt gut. Ok aber ich fahr mit meinem Auto. Ich muss nachher noch was erledigen."

Janette: "Ok. Kein Problem das können wir machen. Hunter, Atlas kommt wir fahren mit dem Musso."

Hunter und Atlas laufen mit Janette zur Garage. Das Tor der Garage öffnet sich, Janette macht die Türen für die zwei Bären auf und diese springen ohne Diskussionen ins Auto, in ihre Boxen. Der Musso fährt voran runter von dem Grundstück, dicht gefolgt von Silverwing, also Fabios Mustang. Hinter ihnen schließt sich das Tor und die zwei fahren zur Rennstrecke. Immer wieder schaut Janette in den Rückspiegel, weil sie das Auto einfach wunderschön findet. An der Rennstrecke angekommen wartete Willi bereits auf Janette um für sie das Tor zu öffnen. Sein Grinsen wird breit als er sieht das hinter Janette, Fabio mit seinem Auto angefahren kommt.

Willi: "Das seh ich doch gerne. Zwei alte Freunde wieder vereint. Wollt ihr beide auf die Strecke."

Fabio: "Nein ich werde Janette heute nur zugucken."

Janette: "Schade du machst dich gut in meinem Rückspiegel."

Fabio: "Ja ja Kleine überschätz dich mal nicht."

Janette zwinkert Fabio schelmisch zu und die drei fangen an zu lachen. Sie holt Hunter und Atlas aus dem Auto die wild um sie rumspringen und dann Willi freudig begrüßen. Es ist genau wie früher. 

Janette: "Ok dann zieh ich mich mal um und schwing mich ins Auto. Willi würdest du wieder meine Zeit stoppen? Meine letzten Zeiten waren zwar nicht schlecht, aber ich muss schauen wie ich heute abschneide."

Willi: "Aber sicher doch. Dafür bin ich ja schließlich da."

Janette lächelt und verschwindet dann in ihrer Garage. Hunter und Atlas laufen ihr hinterher. Willi wendet sich Fabio zu.

Willi: "Du bist also zu ihr gegangen."

Fabio: "Ja aber nicht das was du denkst. Ich bin einfach froh, das wir wieder Freunde sind."

Willi: "Weiß sie das auch oder stellst du sie wieder irgendwann vor die Tatsachen, das ihr Freunde seid?"

Fabio: "Willi...."

Willi: "Also nein. Warst du heute Nacht bei ihr?"

Fabio: "Ja das war ich."

Willi: "Hast du sie im Arm gehalten?"

Fabio: "Ja...ja das hab ich. Aber es ist nur freundschaftlich."

Willi: "Wie hast du dich dabei gefühlt?"

Fabio: "Leicht, unbeschwert. So wie früher. Als könnte ich mich einfach fallen lassen."

Willi: "Ich will dich nicht beeinflussen, weil es dein Leben ist, aber tu Janette nicht nochmal weh. Sie würde zu jeder Zeit alles für dich tun. Würdest du das gleich für sie tun?

Bevor Fabio eine Antwort geben kann ertönt lautes röhren aus der Garage von Janette und der R8 rollt langsam und bedrohlich auf die Strecke. Janettes Grinsen ist trotz ihres Helmes ganz deutlich zu sehen. Ihre glitzernden Augen stechen wie Sonnenlicht unter dem Visier hervor. Sie nickt Willi und Fabio zu und zeigt beide Daumen nach oben. Willi lächelt und zeigt dann auch beide Augen nach oben. Man kann an seinem Blick erkennen wie stolz er auf Janette ist. Obwohl er nicht Janettes Papa oder Opa ist, ist es für ihn als wäre sie es. Janette lenkt das röhrende Monstrum auf die Strecke und gibt langsam Gas, um den R8 warmzufahren. Sie fährt einige Runden, um den Motor und die Reifen auf Temperatur zu bringen. Nach 5 Runden zeigt Willi mit dem Finger auf die Ampel. Janette nickt ihm zu und geht an der Linie in Position. Das Lenkrad fest umklammert, eine Hand am Schaltknauf, der auf Wunsch extra verbaut wurde und ihr Blick geradeaus gerichtet. Die Lampen gehen an und Willi hält die Stoppuhr. Der Motor brummt auf und als die Lichter erlöschen gibt sie Gas. Los geht´s Willi startet in dem Moment die Stoppuhr als Janette über die Linie rauscht. Der R8 entfernt sich mit hörbarem röhren. 

Während Janette eine Runde nach der anderen dreht und versucht mit jedem mal eine gute oder bessere Zeit rauszuholen, kommt eine junge Frau auf die beiden zugelaufen. Um die Mitte zwanzig, lange braune Haare und Modelmaße. Sie kommt direkt auf Fabio zu und lächelt ihn verführerisch an. 

Frau: "Hey bist du nicht Fabio dieser berühmte Rennfahrer?"

Fabio: "Hey ja, das bin wohl ich."

Frau: "Wow. Ähm hi ich bin Celine. Würdest du vielleicht mit mir mal einen Kaffee trinken gehen? Vielleicht jetzt?"

Fabio: "Ja klar warum nicht."

Celine: "Wow danke. Voll cool ich trinke mit einem Star einen Kaffee."

Celine packt sofort nach Fabios Hand und zieht in mit sich weg.

Willi: "Fabio!"

Fabio hält inne und dreht sich zu Willi um.

Willi: "Denk bitte an meine Worte. Tu ihr bitte nicht wieder weh."

Damit dreht sich Fabio wieder um und verschwindet mit Celine. Willi dreht sich wieder zur Rennstrecke. In der Ferne hört er Janette und den R8 wie sie die Strecke entlang rauschen. Er schließt die Augen und spürt wie der Wagen in die Gänge schaltet, wie die Räder sich drehen und der Motor brüllend über die Strecke rast. Die Bestie kommt immer näher und Willy schaut wieder auf die Stoppuhr. Janette braust über die Linie, Willi stoppt die Rundenzeit mit einem Lächeln und sieht wie sich der Wagen wieder mit einer rasenden Geschwindigkeit wieder entfernt. Sie fährt noch 20 weitere Runden und merkt gar nicht wie die Zeit verfliegt. Nach der letzten Runde lässt Janette Bestie ausrollen und fährt ihn noch eine Runde kalt. Janette fährt mit dem R8 zu Box, wo Willi bereits mit der Stoppuhr winkend auf sie wartet. Sie steigt aus und zieht den Helm ab. Ihr Lachen ist ganz breit.

Janette: "Und wie waren meine Runden?"

Willi: "Sehr gut Janette du warst 2 Sekunden schneller als die letzten Trainingsrunden. Ihr beiden habt euch gut eingespielt."

Janette: "Danke. Aber Fury ist auch ein wirklich wunderbares Auto. Sag mal wo ist eigentlich Fabio?"

Willi: "Der hatte noch was zu tun. Mach du noch deine Runden und dann machen wir eine Kaffeepause."

Janette: "Ok dann auf geht´s."

Janette dreht noch einige Runden und es ist spürbar, dass sich ihre Zeiten in den letzten Wochen deutlich verbessert haben. Nachdem sie ihr Training beendet hat, fährt sie die kleine Bestie noch ein paar Runden etwas langsamer und niedertourig, so das er sich wieder abkühlen kann. Dann stellt sie den Kleinen auf die Bühne in ihrer Box, um nochmal alles zu prüfen. Sie ist wirklich glücklich mit ihren Zeiten und über ihren neuen Rennwagen. Doch geht ihr nicht aus dem Kopf das Fabio einfach weg ist ohne etwas zu sagen. Auf ihrem Handy blinkt eine Nachricht auf. Sie ist von Fabio. 

Fabio: "Hey Janette. Ich danke dir für die schöne Zeit gestern und heute, aber ich will ehrlich mit dir sein. Ich hab mich heute nicht gut gefühlt, die Zeit war super, aber alles was mehr war als ne normale Freundschaft, hat mir gezeigt das ich nicht nach sowas suche sondern nach ner festen Beziehung, das hat nichts mit dir zu tun oder deinem Verhalten. Ich geb mir die Schuld dafür, aber das hat ein komisches Gefühl hinterlassen was mir null gefällt. Ich hoffe du kannst das verstehen und bist mir nicht böse."

Janette lässt langsam ihr Handy sinken. Ihr fallen das Lesegerät und ihr Handy aus der Hand. Tränen steigen ihr in die Augen und sie ist kurz vor einem Zusammenbruch. Mit aller Gewalt versucht sie es runterzuspielen und zurückzuhalten. Willi kommt in die Garage und will gerade etwas sagen, als er sieht wie Janette am zittern ist. Er geht auf sie zu und nimmt sie in den Arm. In dem Moment bricht Janette zusammen. Stark kann sie jetzt nicht mehr sein. Was hat sie sich nur dabei gedacht. War das nur eine Ausrede und am ende war doch sie das Problem? Willi hilft ihr zur ihrer Sitzecke und versucht sie zu beruhigen. Da war es wieder. Das Gefühl das sie alles zerreißt. 

Kapitel 12_Der Unfall

Die Wochen vergehen. Janette trainiert so hart wie noch nie um nicht an Fabio denken zu müssen. Sie steigert ihr Training so weit nach oben das Hunter und Atlas schon keine Lust mehr hatten mit ihr laufen zu gehen. Das Kraft- und Geschicklichkeitstraining hat sie verdoppelt und verbrachte mindestens 5 Stunden am Tag auf der Rennstrecke. Willy war jeden Tag auf der Rennstrecke und unterstützte sie bei ihren Trainingsstunden. Es waren nur noch 2 Tage bis zum großen Rennen. Janette ist wieder auf der Strecke und dreht ihre Runden. Willy stoppt ihre Zeiten und gibt ihr über ihr Headset, Anweisungen und Rückmeldung über ihre Zeit. Über sein Tablett hat er Einsicht in Janettes Kamera, die vorne an dem Kühlergrill befestigt ist. So kann er ihr sagen in welchen Kurven sie sich verbessern kann. Nach 2 Stunden Fahrtraining beendet Janette ihre letzte Runde, fährt den Ferrari wieder kalt und in die Waschanlage. Willy kommt zu ihr um mit ihr über das Training zu sprechen. Seine Miene ist besorgt. So hart hat er Janette lange nicht mehr trainieren sehen. 

Willy: "Hallo mein Kind. Wie geht´s dir?"

Janette: "Mir geht´s gut warum fragst du. Cherry braucht eine Dusche, das hat er sich verdient. Wie war ich?"

Willy: "Du weißt das es mir nicht darum geht."

Janette: "Ich weiß das es dir um die Sache mit Fabio geht, aber ich möchte nicht darüber reden. Bitte Willy. Also wie war ich."

Schwer seufzend wendet Willy sich seinem Klemmbrett zu wo er sich die Zeiten von Janette notiert hatte. Ihm tut es weh Janette so zu sehen. 

Willy: "Ok...ähm du bist sehr viel besser geworden. Du hast dich zu deinen letzten Rennzeiten um jeweils 10 Sekunden verbessert. Weißt du ich bin sehr stolz auf dich."

Janette ist sprachlos und hält inne. Sie schaut zu Willy und umarmt ihn. Die ganze Zeit hatte sie sich so einsam gefühlt obwohl sie nie alleine war. Willy war die ganze Zeit bei ihr gewesen und hat sie nie im Stich gelassen. Tränen laufen ihr die Wange runter. Ein paar Minuten stehen sie so da, bevor sie sich löst und wieder Cherry zuwendet. Willy beobachtet sie noch eine Zeit bevor er sich dazu entschließt Janette alleine zu lassen. 

Noch ungefähr zwei Stunden verbringt Janette damit Cherry zu waschen und zu polieren. Von außen und von innen. Als sie ihre Meditation abgeschlossen hat, bringt sie Cherry in die Garage und fängt mit den Messungen an, als sich Michael meldet.

Michael: "Hallo Champion. Wie geht´s dir. Willy hat mir eben deine Zeiten geschickt. Die sind ja fantastisch."

Janette: "Danke Michael. Ich geb mein bestes. Wir wollen das Ding ja gewinnen."

Michael: "Wirklich unglaublich. Aber hey gönn dir auch mal eine Pause sonst fehlt dir vielleicht am ende die Konzentration."

Janette: "Ok Boss ich werde dran denken."

Michael: "Sehr gutes Kind. Du ich habe die Plätze für deine Familie, deine beste Freundin und ihren Freund reserviert. Und gleich kommen die Techniker um den Ferrari nochmal durchzuchecken, dass für das Rennen alles klargeht."

Janette: "Hmmm ok. Bin schon an der Roten Schönheit dran aber dann können sie nochmal alles vorsichtshalber durchchecken."

Michael: "Super Champion. Ich meld mich wieder. Bis bald und halt die Ohren steif Champion."

Janette: "Danke Michael. Bis bald und grüße an die Familien."

Nachdem Janette aufgelegt hat blickt sie zu Cherry und in ihrer Garage umher. Sie hat alles was sie sich als Kind erträumt hatte. Ihr Traumhaus, ihre Traumautos und ihren Traumjob und doch war da dieses Gefühl von Einsamkeit. Etwas fehlt und sie kann es nicht ausfüllen. Sie wischte sich die Tränen aus den Augen, die in Begriff waren aufzusteigen und verschwand in ihrer Umkleide. Sie zog sich um und setzte sich dann in ihre Sitzecke.

Nach etwa einer Stunde kamen Techniker und Mechaniker um den Ferrari noch einmal vor dem großen Rennen durchzuchecken. Janette hatte schon einige Rennen mitgemacht, aber irgendwie war das anders. Sie stand auf machte sich einen Kaffee und trat an die Bande bei der Strecke. Viele male hatte sie hier schon gestanden. Stundenlang teilweise und sich gefragt wie es wohl Fabio ginge. Und wieder war es das selbe. Sie konzentrierte sich auf die Motoren ihrer Konkurrenten die über die Strecke fegten um zu trainieren. So verschwammen ihre Gedanken. 

 

Die Tage flogen an ihr vorbei und schon war der Tag des Rennens gekommen. Ein regnerischer Tag. Schon früh morgens um 6 Uhr war sie an der Rennstrecke gewesen. Sie hatte Hunter und Atlas dabei die ihren Ohrenschutz trugen. Die Anspannung war am steigen. Nach und nach trudelten die Konkurrenten ein und es herrschte emsiges Treiben in der Boxengasse. Letzte technische Checkups und Besprechungen wurden durchgeführt.

7.40 nur noch 20 Minuten bis zum Start. Janette war bereits in ihrem Renndress und ging noch einmal die Strecke durch als sie jemand von hinten wild umarmte.

Stimme: "Hallo Bestie und Tante."

Janette wirbelte freudig herum um in die Augen ihrer besten Freundin Sophie zu blicken. 

Janette: "Sophie. Danke danke danke das du gekommen bist. Das bedeute mir so viel. Ich hab euch extra die besten Plätze neben meiner Crew besorgt."

Sophie: "Wow danke. Ey ich drück dir so die Daumen. Du machst das bestimmt toll. Und wenn du fertig bist, trinkst du ein Bier für mich mit. Kann ja noch nicht Baby und so."

Janette: "Achja ich hab noch etwas für euch. Hier."

Sophie packte ein Geschenk aus in dem ein kleiner Strampler war mit der Aufschrift "Future Racing Driver". Vor Freude umarmte Sophie Janette, bis Janettes Familie noch auftauchte. Sie begrüßte alle noch schnell und musste dann schnell Richtung Auto. Doch da stieß sie mit Fabio zusammen und Celine. Janettes Konkurrentin in diesem Rennen. 

Janette: "Fabio? Was soll das?"

Fabio: "Hey Janette sei nicht böse es ist einfach so passiert. Celine ist einfach....wow. Es tut mir leid ok?"

Janette: "Nein alles super weißt du? Du bist ja nur mit meiner Konkurrentin zusammen ne? Ne ich kann das nicht....ich......ich muss los."

Janette ging weiter zu ihrem Auto und wischte sich ihre Tränen vom Gesicht. Sie wollte jetzt weder Tränen noch Schwäche zeigen. Sophie hatte alles mit angehört und ging jetzt auf Fabio zu.

Fabio: "Oh hey Sophie du bist....."

Weiter kam er nicht weil Sophie mit ihrer rechten Faust so durchs Gesicht fuhr das er nicht mehr reden konnte.

Sophie: "Sag mal was bist du denn für einer. Schämst du dich nicht? Wie widerlich willst du denn noch werden. Ey lass dich nie wieder in Janettes nähe blicken. Ansonsten wirst du mit dem anderen Auge auch nicht mehr so gut sehen können."

Mehr konnte Sophie nicht sagen denn jetzt wurden alle Fahrer an den Start gebeten für die Einführungsrunden. Dafür mussten alle Besucher die Strecke räumen und zu ihren Plätzen. Celine wollte Fabio noch einen Kuss geben, der entzog sich jedoch, wünschte ihr nur noch schnell viel Glück und verschwand dann selber in der Box. 

Die Autos brüllten nacheinander auf als sie an den Start rollten. 3...2...1 und die Einführungsrunden begannen. Die Autos bretterten über den Asphalt davon. Nach den Einführungsrunden wurde nach Zeiten neu sortiert. Janette war vorne mit dabei. Doch war sie nicht bei der Sache wie beim Training. Einige Runden war sie falsch angefahren was sie Zeit gekostet hatte. Sie versuchte sich zu konzentrieren. Sie schloss die Augen. Der Motor lief im Gleichklang mit ihrem Herzen, die Bestie knurrte, bereit ihre Gegner zu zerlegen. Die Ampel leuchtete auf. 3...Janette atmet tief durch und umklammert das Lenkrad....2 Janette spielt mit dem Gas und die V12 Motor Bestie zeigt ihre Zähne.....1 Janette legt den Gang ein......0 die Autos rasen davon. Janette kann sich schon auf den ersten Kilometern einen guten Vorsprung erkaufen und lässt die anderen in ihrem Staub verschwinden. Immer schneller und schneller nehmen sie und Cherry die Kurven und alles verschwimmt neben ihnen.

.....:".....Janette?!"

Aus der Ferne hört sie eine Stimme. Einer aus der Boxencrew versucht sie verzweifelt anzufunken. 

Crew: "Janette?! Hörst du mich?!"

Janette: "Was gibt es?"

Crew: "Du musst sofort abbremsen vor dir i..s..erjj."

Janette: "Hallo? Ist alles in Ordnung?"

Plötzlich bricht die Wolkendecke und es regnet aus Eimern. Janette Bremst ab, aber zu spät vor ihr tauchen im Dunst Umrisse von verunglückten Fahrzeugen auf. Ein Teil eines Kotflügels liegt auf der Strecke der wie eine Rampe fungiert. Sie hebt ab und der Ferrari überschlägt sich. Einmal....zweimal.....dreimal.....irgendwann kommt er nach mehreren Runden im Kreis drehen, zum stehen. Janette ist wie im Delirium. Ihr ist schlecht und sie versucht aus dem Auto auszusteigen, doch sieht sie nur verschwommen. Sie zieht ihre Handschuhe aus um besser den Gurt lösen zu können. Als sie das tut bemerkt sie eine warme Flüssigkeit in der Bauchgegend. Doch sie versucht nur den Gurt zu lösen und ins Freie zu robben. Da fängt Cherry Flammen im Motorblock. Janette ist am Ende ihrer Kräfte und schließt die Augen. Es ist so dunkel und so kalt und sie hat Angst. Angst alleine zu sein, Angst niemals das sagen zu können was sie schon immer laut aussprechen wollte. Dann sieht sie in der Ferne Lichter.

Alle möglichen Rettungskräfte stürmen auf die Strecke und Security hat Probleme die Leute zurückzuhalten. Janettes Familie muss auf den Monitoren mit ansehen wie Janette auf eine Trage gehievt und in einen Krankenwagen gebracht wird. Fabio ist starr vor schreck. Was soll er bloß machen? Er und Janettes Familie rasen zum Krankenhaus in das Janette gebracht wurde. Nach Stunden der Op kommt der behandelnde Arzt in den Warteraum. 

Mutter von Janette: "Wie geht´s Janette? Können wir zu ihr?"

Der Arzt sieht betrübt aus und bittet die Familie sich zu setzen. Fabio steht am Ende des Raumes an den Fenstern. 

Arzt: "Es tut mir leid. Wir konnten zwar die äußerlichen und innerlichen Blutungen stoppen, aber Janette ist leider in ein Koma gefallen. Wir wissen nicht wann oder ob sie jemals wieder aufwachen wird."

Ein Schock für die ganze Familie, aber auch für Fabio. Warum hatte er sich so verhalten? Wie konnte er Janette nur so verletzen?

 

So wie jede Geschichte eine Lehre haben soll, soll auch dieses Buch dir eine Lehre mit auf den Weg geben. Verliere niemals die Zeit aus den Augen denn sie könnte irgendwann gegen dich spielen. Zeige deinen Menschen jetzt das du sie liebst und das sie dir wichtig sind. Denn eines Tages könnte es zu spät sein. 

 

Wenn euch dieser Band gefallen hat dann seit gespannt auf den nächsten. 

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